Conti TKC 80?

Reifen - Freigaben - Erfahrungen zur F800GS und der F 650 GS - 2 Zyl. 800 ccm.

Beitragvon rubbermuh » 16.06.2009, 22:28

Wer mal nach Slowenien fährt, sollte sich auf ähnliche Asphalt/Schotterwechsel einstellen: im Bereich von Futterwiesen und Gehöften wird die Straße asphaltiert, um dann in der ersten Kurve danach wieder (vorzugsweise im letzten Drittel) kommentarlos in Schotter überzugehen ..... .
Gute Fahrt und nicht von den hübschen Burgfräuleins ablenken lassen :wink:,
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Re: Conti TKC 80?

Beitragvon rubbermuh » 06.12.2009, 18:38

Nach 22.000 TKC-km möchte ich mal meine Erfahrungen mit dem Gnubbelchen zusammenfassen; bitte das nicht als objektiven Test verstehen, sondern einfach als meine persönliche Meinung! Zu unterschiedlich sind Anforderungen und Erwartungen ans Material; somit bleibt letzendlich doch nur probieren ;-) .... .

Zuerst mal das Thema Lebensdauer - hier liest man ja von Laufleistungen zwischen 1500 und über 10.000km; und beides stimmt :mrgreen: !
Erst Mal zum Hinterreifen: Zwischen Herbst und Frühling war nach 10.000km noch mehr als genug Profil drauf; nach einer Slowenientour im Mai (mit ausreichend Schotter) war trotz "normaler" Fahrweise nach 1500km von den Anfangs 10mm Profil gerade noch 6mm da. Bei einer Tour durch die Schweiz in die franz. Alpen fraß einmal Parpaillon hin und zurück (bei Nässe) mehr Gummi, als die ganze Strecke von Wien durch die Schweiz bis Briancon (und wir nahmen alle Pässe bis auf den Simplon mit!). Aber trotz einigem Schotter in Frankreich hat der Hinterreifen mittlerweile 7000km drauf und hält (auch auf glatter Straße bei 0°C) noch einwandfrei (Restprofil knapp über 2mm an der schwächsten Stelle).
Ganz anders verhält sich der Vordere: 15000km sollten bei entsprechender Bremstechnik kein Problem sein! Das heißt: hinten Bremsen, und bei Bedarf vorne mitbremsen - und zwar richtig (nicht mit Rummms bis zum Anschlag, sondern allmählich Druck aufbauen - Stichwort "dynamische Lastverteilung"). Wer das nicht berücksichtigt, hat nach 5000 km ein Zahnrad vorne drauf. Die Stollen kippen bei jeder Bremsung und fahren sich entsprechend ungleichmäßig ab. Und am Hinterreifen bewirkt das Bremsen nahezu gleichmäßige Abnutzung an Vorder und Hinterkante der Stollen.

Nun zum Grip; auch da gehen die Meinungen weit auseinander:
Auf's Wesentliche beschränkt - im Vergleich zum BW trottelsicher! Wenn, dann schmiert das Hinterrad allmählich etwas weg; das geht aber so gemächlich, daß selbst ich kein Problem damit habe. Und im direkten Vergleich mit einer EXP-bereiften 650er V-Strom fehlte nie etwas (außer Luft unterm Ständer :evil: ). Mein Sohn, der im September wegen der Frankreichtour erstmals TKC statt der üblichen Tourance EXP montiert hatte (V-Strom), bemerkte allerdings eine deutliche Schwäche auf Bodenmarkierungen und Gußkanaldeckeln bei Nässe. Hier ist der EXP deutlich besser - ansonsten war auch er überrascht vom guten Verhalten. Bei Sand und Splitt auf der Fahrbahn ist der TKC gegenüber dem EXP deutlich im Vorteil.

Der Druck (es gibt von Conti leider keine Empfehlung!) sollte deutlich unter dem von Straßenreifen bleiben; 2,5 bar hinten und 2,2 vorne sind auch bei hohen Temperaturen mit Gepäck voll ausreichend (im Vergleich zu EXP war der TKC bei diesem Druck eher kühler). Auf Schotter und bei Kälte wirken 0,2 weniger wahre Wunder; da rutscht dann wirklich nichts mehr! Hier liegt ein wesentlicher Unterschied zu Straßenreifen: der TKC hat eine wesentlich dünnere Karkasse - ein vorsichtiges Weiterfahren ohne Luft im Pannenfall ist dadurch m.E. nicht möglich! Allerdings kann sich der Reifen dadurch gut verformen und bei geringem Druck an den Untergrund anpassen. Zu hoher Druck (z.B. 2,8 hinten/2,5 vorne) erhöht durch den Verschleiß hinten deutlich; und gleichzeitig sinkt der Grip gefährlich ab!

Die Kosten sind im Rahmen des Üblichen - wenn man nicht gerade die zugelassenen 160 km/h gnadenlos ausfährt :wink: ! Alles hier Geschriebene gilt nämlich nur für Autobahnmuffel; wie es auf der Langeweilebahn mit dem Verschleiß ausschaut, kann ich nicht sagen; da sind die von mir gefahrenen Stücke zu kurz. Außerdem haben wir in Österreich ohnehin 130 Höchstgeschwindigkeit :!: . Ansonsten senken der gute Grip bis zur Verschleißgrenze und die lange Lebensdauer des Vorderreifens die km-Kosten deutlich. Wenn man die Reifen selbst montiert, kann man vor dem Urlaub frische Gummis drauftun und die Halbgefahrenen (später erneut aufgezogen) zu Hause dann ganz abfahren - wenn nicht mit sinnloser Gewalt montiert wird, spricht nichts dagegen (siehe http://www.f800-forum.de/viewtopic.php?f=17&t=3453) und die Kosten sinken merklich.

Die TKC sind sicher nicht jedermanns Sache, aber wer Reifen für jede Gelegenheit und jedes Wetter sucht, gerne kleine (nicht immer frisch asphaltierte) Straßen fährt, im Frühling den Streusplitt als Herausforderung sieht und auf Baustellen die eben noch frech überholende Ducati mit Grinsen im Staubwölkchen stehen lassen will - der sollte diese Reifen mal probieren. Für Hardcoreenduristen gibt's bei Feuchte sicher besseres; Im Gatsch (Translation für D: "Modder" :D ) kommt man u.U. an die Grenzen des Möglichen. In den franz. Seealpen haben sie auch nach Dauerregen recht problemlosen Untergrund, in Slowenien bin ich schon nach leichtem Regen mit zugepappten Reifen dahingeschwommen - die Mischung (aus Steinen und Lehm) scheint da nicht mit der von Conti vorgesehenen zusammengepaßt zu haben ..... .
Bild
Alles in allem würde ich den Reifen als höchst empfehlenswert bezeichnen!

Viel Spaß im Winter,
Andi
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Re: Conti TKC 80?

Beitragvon mwd.krefeld » 29.07.2010, 12:01

Hallo,

als Anfänger habe ich mal eine Frage:

Ich habe auf meiner F800GS, BJ 2010, die originalen Felgen drauf. Vorne 2,15x21 Hinten 4,25x17.

Nun möchte ich die TKC 80 aufziehen lassen, da es im Urlaub auf die Ligurische Grenzkammstrasse geht.

Die Reifen ansich sind TL. Muss trotzdem ein Schlauch eingezogen werden?

Gruß Michael
Mein Schmuckstück: F 800 GS (Großer Spass) Sondermodell 30 Jahre GS

EZ: 07/2010
> 10.000 km bis 10/2010
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