30% Diesel dazutanken?

Alles was nirgenswo rein passt.

30% Diesel dazutanken?

Beitragvon HarrySpar » 07.05.2017, 17:05

Hat schon mal jemand ausprobiert, ob es einen Verbrauchs- und natürlich auch Kostenvorteil gibt, wenn man bei einem Benzinauto einen gewissen Anteil Diesel tankt?

Ein Bekannter von mir hat bei seinem Honda Accord (Benzinmotor) neulich aus Versehen 10L Diesel reingetankt (bzw. sein 84 jähriger Papa).
Zuvor waren noch etwa 25L Benzin drin.
War somit dann etwa ein Gemisch aus 70% Benzin und 30% Diesel.
Das Auto lief damit einwandfrei ohne zu mucken. Es kam auch kein ungewohnter Rauch aus dem Auspuff.

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Re: 30% Diesel dazutanken?

Beitragvon 815-mike » 07.05.2017, 17:56

...hm - ungewöhnlich. Der Honda muß demnach über eine extrem anpassungsfähige Klopfregelung verfügen!
Respekt.
mike
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Re: 30% Diesel dazutanken?

Beitragvon Lukas » 07.05.2017, 19:25

Die Frage ist eher wie gesund das für die Einspritzdüsen auf Dauer ist...
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Re: 30% Diesel dazutanken?

Beitragvon Roadslug » 07.05.2017, 21:30

815-mike hat geschrieben:...hm - ungewöhnlich. Der Honda muß demnach über eine extrem anpassungsfähige Klopfregelung verfügen!
Respekt.
Genau so ist es. Diesel-Kraftstoff ist wesentlich zündwilliger als Superkraftstoff. Ein Gemisch von 30% Diesel und 70% Super würde den Oktanwert drastisch reduzieren. Ich kann mir eigentlich nicht so recht vorstellen, dass eine Klopfregelung auch nur annähernd ausgleichen kann. Vielleicht hat der Fahrer auch nur ein Gehörproblem und gar nicht bemerkt wie sehr es den Motor quählt.

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Re: 30% Diesel dazutanken?

Beitragvon Pille » 08.05.2017, 05:28

Das haut nicht hin mit Diesel im Benzin.Das KFZ klingelt wie nichts gutes,und qualmt grau/blau.
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Re: 30% Diesel dazutanken?

Beitragvon HarrySpar » 08.05.2017, 06:28

OK, das Klingelproblem leuchtet mir ein.
Dann funktioniert mein Plan wohl nicht.
Ich muss mal den Stefan fragen, ob er kein Klingeln vernommen hat.
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Re: 30% Diesel dazutanken?

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Re: 30% Diesel dazutanken?

Beitragvon Roadslug » 08.05.2017, 06:57

Aus der Fachterminologie:
Klingeln => Dieselmotor durch schlagartige Verbrennung es eingespritzten Kraftstoffs. In der Regel durch defekte Einspritzdüsen.
Klopfen => Ottomotor durch Selbstzündung des angesaugten Kraftstoff-/Luftgemisch bereits während der Verdichtungsphase. In der Regel durch schlechten (niederoktanigem) Kraftstoff.
Also, ein Dieselmotor kann nicht Klopfen und ein Ottomotor nicht Klingeln.

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Re: 30% Diesel dazutanken?

Beitragvon Kajo » 08.05.2017, 07:08

Roadslug hat geschrieben:... Also, ein Dieselmotor kann nicht Klopfen und ein Ottomotor nicht Klingeln. Roadslug


Genau so, denn sonst würde bei den Boxermotoren es ja auch "Klingelsensor" heißen.

@ sparsamer Harry - lass es lieber.

Gruß Kajo
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Re: 30% Diesel dazutanken?

Beitragvon HarrySpar » 08.05.2017, 08:03

Ja, ok. Ich sehe ein, dass das nicht gut ist, 30% Diesel in mein Benzinauto zu füllen.
Und dann muss ich den Stefan eben fragen, ob er ein KLOPFEN vernommen hat.
:D
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Re: 30% Diesel dazutanken?

Beitragvon Roadslug » 08.05.2017, 08:55

Ich hätte das Zeug abgesaugt. Dazu nimmt man am besten einen durchsichtigen (!!) Plastikschlauch. Ein zwei Liter Diesel bin einem vollen Tank mit Otto-Kraftstoff sollte der Motor ohne zu murren vertragen. Man sollte dann vielleicht nicht gerade eine Vollgas-Hetze auf der Autobahn machen.

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Re: 30% Diesel dazutanken?

Beitragvon Auftrags'chiller » 08.05.2017, 10:17

Wie schafft man es eigentlich in einer Benziner Diesel zu tanken? Der Zapfhahn dürfte doch gar nicht passen, weil größer im Durchmesser.
Falschbetankungen passieren im Normalfall doch eher andersrum...also Benzin ins Dieselfahrzeug und da kann es, sofern man es nicht gleich merkt, richtig teuer werden.

Gruß,
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Re: 30% Diesel dazutanken?

Beitragvon Roadslug » 08.05.2017, 10:29

Es gibt Leute die schaffen alles. Ich war letztlich mit einer Gruppe Motorradfahrer unterwegs. Da hat es doch glatt einer der Teilnehmer geschafft Diesel in sein Moped zu tanken (und nein es war keine Enfield). Gemerkt hat es dann auch erst als er versucht hat zu starten. Der Motor springt natürlich an, weil noch Restkraftstoff im Einspritzsystem war, aber dann ist alles mit Diesel kontaminiert. und nichts geht mehr. Es war eine Heidenarbeit den Tank auszubauen um ihn vollständig zu entleeren. Dann den Tank mit Otto auffüllen und mit Hilfe einer zusätzlichen Batterie nebst Starterkabeln solange zu orgeln bis das vermaledeite Dieselzeugs wieder rausgehustet war. Den Motor hättet ihr für die ersten Sekunden mal hören sollen, aber der Tag war trotzdem gerettet. kiss

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Re: 30% Diesel dazutanken?

Beitragvon HarrySpar » 08.05.2017, 10:40

Das war Stefans Papa (84 Jahre).
Und der Honda Accord ist schon sehr alt. Vielleicht ist bei dem das Loch noch größer, so dass auch die Dieselpistole reingeht.
Harry
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Re: 30% Diesel dazutanken?

Beitragvon reha73 » 08.05.2017, 11:00

Kajo hat geschrieben:
Roadslug hat geschrieben:... Also, ein Dieselmotor kann nicht Klopfen und ein Ottomotor nicht Klingeln. Roadslug


Genau so, denn sonst würde bei den Boxermotoren es ja auch "Klingelsensor" heißen.

@ sparsamer Harry - lass es lieber.

Gruß Kajo

Je nachdem, wie bzw. wann beim Ottomotor die ungewollte Selbstzündung entsteht, ist die Geräuschkulisse des Klopfens eher nieder- oder eher hochfrequent. Zumindest der nicht akademische Fachmann spricht dann zur Unterscheidung beim Einen von "Klopfen" (= Hochdrehzahlklopfen: schädliche, harte Schläge) und beim Anderen von "Klingeln" (= Beschleunigungsklopfen bei geringer Drehzahl unter Last, oft durch falsch eingestellte Zündung, eher unbedenklich).
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Re: 30% Diesel dazutanken?

Beitragvon SingleR » 08.05.2017, 12:21

Was ich mich frage: wie soll das gehen mit der (dickeren) Diesel-Zapfpistole in den (dünnen) Benziner-Einfüllstutzen? Das muss ja eine elendiche Sauerei geben, wenn man die Fördermenge an der Zapfpistole nicht gerade auf Pipettenfördermaß einstellt!

Bzw. ich wundere mich jetzt auch nicht mehr über die verschütteten Mengen an Dieseltreibstoff auf den Böden der Tankstellen, auf dem man als Moppedfaher immer so schön ausrutschen kann... :mrgreen:

Der etwas ähnliche Fall, einem Dieselbetriebenen Kfz dem Dieselkraftstoff ein paar Prozent Zweitaktöl beizumischen, geistert auch schon seit Jahren durch div. Automobilforen - ganz getreu der Devise, dass es der gemeine Autofahrer ja auch besser wissen möge als derjenige, der den Motor bzw. die dazu gehörige Einspritztechnik entwickelt hat. Da hat dann der gefühlt etwas "weichere" Verbrennungsablauf ebenfalls einen negativen Einfluss auf die Stanfestigkeit. Ist hier ganz anschaullich beschrieben.

BTW: ich kenne nur ein einziges Fahrzeug, das einen funktionierenden Vielstoffmotor an Bord hat. Und das ist nun mal keine Japankiste oder sonstwas, sondern deutsche Wertarbeit! Habe die Karre selber 1 Jahr gefahren. Man hätte wohl auch Kerosin tanken können. Hatten wir aber mangels Verfügbarkeit an der standorteigenen Tanke nie ausprobiert! :mrgreen:
Twin-F: die perfekte Symbiose aus 2-Spark-Rotax-Eintopf und Zündabstand eines Einzylinder-2-Takters... :mrgreen:
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