Allgemeine ABS-Zuverlässigkeit

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Re: Allgemeine ABS-Zuverlässigkeit

Beitragvon Roadslug » 02.07.2017, 07:27

agentsmith1612 hat geschrieben:Auch beim ABS, also wird die zweite Ableitung der Raddrehzahl die dann ja kurz vor dem Blockieren extrem abnimmt. Oder anders gesagt wäre nicht die erste Ableitung der Raddrehl die Radgeschwindigkeit und die zweite Ableitung dann die Radbeschleunigung?
Ich hätte jetzt die Raddrehzahl und die Radgeschwindigkeit gleichgesetzt, schließlich besteht zwischen beiden ein direkter linearer Zusammenhang ohne den Differatialquotienten Zeit. Die erste Ableitung wäre demnach die Radbeschleunigung/Verzögerung und die zweite Ableitung dann die Änderung der Radbeschleunigung.

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Re: Allgemeine ABS-Zuverlässigkeit

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Re: Allgemeine ABS-Zuverlässigkeit

Beitragvon SingleR » 02.07.2017, 16:57

Wachtendonker hat geschrieben:Insgesamt lagen vier Leute, einer davon schon bei der Anfahrt auf der Pappe, interessanterweise 3/4 BMW's & davon sogar 2 sehr neue 20.000€ GS-Bomber, eine sogar mehrfach. Eine F650GS war danach reif für den Abschlepper. Aber zum eigentlichen Thema: In dieser Runde saßen 3 BMW-Fahrer, die entweder Probleme mit dem ABS hatten oder haben, zwei 1200er GS & eine 1150er GS. Da ist die Rede von Totalausfall gewesen. ... Dass jeder dritte bis vierte in der Runde schonmal intensiven Ärger mit seinem ABS hatte, hat mich doch überrascht.

Habe ich das richtig verstanden? 4 Stürze bei einem einzigen Motorradtraining? Da möchte ich mal ein wenig an der Kompetenz des Trainers zweifeln... Aber um das mal "statistisch" zu betrachten: wie viele Teilnehmer hatten ein Motorrad mit und wie wie eines ohne ABS? Und wie viele von den mit ABS ausgerüsteten MotorrWer kein ABS hat, fährt - möglicherweise - im Unterbewusstsein etwas zurückhaltender.

Kajo hat geschrieben:Eine Alternative wäre auch noch das defekte ABS komplett auszubauen.

Bist Du Dir sicher, dass eine derartige "Umrüstung" StVZO-konform ist? Ich würde das bis zum Beweis des Gegenteils verneinen. Auf der anderen Seite hat das ABS, seitdem es in Motorrädern eingebaut wird, sicher mehr Unfälle verhindert als es Menschenleben gekostet hat. Insofern würde ich (!) immer eine Reparatur des ABS bevorzugen als darüber nachzudenken, es auszubauen. Denn für den Ausbau werden wiederum Teile benötigt, die es auch nicht für umsonst gibt und deren Kosten die Reparatur eines ABS-Steuergerätes relativieren.

Der Hinweis, dass defekte Steuergeräte (nicht nur solche für Motorräder) beim Spezialisten für vergleichsweise wenig Geld zu reparieren sind, ist gut. Würde ich immer so machen. Man muss halt mitunter ein wenig schrauben können, um überhaupt an das Steuergerät heran zu kommen.
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Re: Allgemeine ABS-Zuverlässigkeit

Beitragvon Wachtendonker » 02.07.2017, 17:32

@SingleR

Ja es gab 4 Stürze. Zweimal ein Rentner mit seiner neuwertigen GS1200, einmal ein Rentner mit einer ebenfalls erst 1-2 Jahren alten GS1200 mit Vollaussstattung, beide GS1200 inkl des Rammschutzes, alles mit ein paar Schrammen gut gegangen. Desweiteren ist eine Frau mit ihrer Street Triple R ohne ABS gestürzt, das habe ich allerdings nicht gesehen & von der Stelle und den Ümständen her war das wohl eher ein Zwischending zw. Stürzen & Umfallen. Der vierte im Bunde hat sich auf der Hinfahrt auf einer Autobahnabfahrt auf die Nase gelegt, Vorderrad schlagartig weggerutscht. Die F650GS sah gar nicht so wild aus, aber da das Vorderrad sich nicht mehr leichtgängig drehen lies, dürfe der Kamerad seine Kiste mit dem Abschlepper nach Hause bugsieren.
Dem Fahrtrainer würde ich jetzt gar nichts anlasten wollen, da ich denke, dass die Fahrübungen problemlos zu schaffen sind. Schließlich war das kein Einsteigertraining, sondern schon das Perfektionstraining 1. Der Kollege, der sich zweimal lang gemacht hat & die Dame machten mir insgesamt nicht den vertrauenserweckensten Eindruck, was ihr Fahrkönnen betraf. Was sich nach zweimaligem Mopedaufheben auch nicht sonderlich gebessert hat. Für meinen Teil (rein subjektiv) bin ich ziemlich flott unterwegs gewesen, zusammen mit einem auf einer "älteren" 1200er Monster, beide mit den guten Pirelli Angel GT bereift. Fand nur erschreckend, wie ängstlich & unbeholfen da manche Leute nach angeblich 50 Jahren Motorradfahren unterwegs waren scratch Ich bin jetzt nach knapp 2 Jahren & 20.000Km bestimmt kein Weltklasseprofi, aber trotzdem würde ich mich eher ins bessere Drittel der Trainingsteilnehmer einsortieren.

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Re: Allgemeine ABS-Zuverlässigkeit

Beitragvon Wachtendonker » 02.07.2017, 17:42

SingleR hat geschrieben:
Kajo hat geschrieben:Eine Alternative wäre auch noch das defekte ABS komplett auszubauen.


Bist Du Dir sicher, dass eine derartige "Umrüstung" StVZO-konform ist? Ich würde das bis zum Beweis des Gegenteils verneinen.


Nie im Leben kriegst du das in Deutschland durch. Fahr mal mit deinem Auto und leuchtender Airbagwarnlampe zur HU & wenn du drauf angesprochen wirst, sagst du, dass du den Airbag halt abklemmst oder direkt ausbaust. Das gibt max. große Augen & eine gehörige Portion Unverständnis. Du darfst in Deutschland nicht sicherheitsrelevantes ausbauen, das serienmäßig verbaut ist, egal ob Auto, Motorrad etc..

Wenn überhaupt (ich spinne jetzt mal rum), kannst du ein ABS-System ausbauen, wenn du nachweisen kannst, dass zum Produktionszeitraum auch Maschinen ohne ABS serienmäßig in Deutschland ausgeliefert wurden. Das ist die einzige Möglichkeit, die ich jetzt so auf Anhieb sehe, also rein hypothetisch & nach den 3 Bier, die ich mir gerade einverleibt habe winkG
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Re: Allgemeine ABS-Zuverlässigkeit

Beitragvon HarrySpar » 02.07.2017, 17:45

Bei so "älteren" Motorradfahrern mit angeblich vielen Kilometern Erfahrung würde mich mal interessieren, ob die immer schon so unsicher unterwegs waren. Oder ob die schon wieder auf dem "Rückweg" des Fahrkönnens sind, weil sie halt älter werden.
Und vielleicht sollten die halt dann lieber keine wuchtige 1200er GS mehr fahren sondern eher eine CBR 500 mit unter 200kg und 48PS.
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Re: Allgemeine ABS-Zuverlässigkeit

Beitragvon Kajo » 02.07.2017, 21:10

SingleR hat geschrieben:... Bist Du Dir sicher, dass eine derartige "Umrüstung" StVZO-konform ist? Ich würde das bis zum Beweis des Gegenteils verneinen ...


Die Frage kann ich nicht beantworten. Ich weiß nur aus dem Bereich der "S-Boxer" dass dort einige Besitzer das ABS nach Defekt am Steuergerät komplett ausgebaut haben. Da diese Motorräder damals sowohl mit als auch ohne ABS bestellt werden konnten und auch ausgeliefert wurden war dieser Ausbau wohl für den ein oder anderen Besitzer eine Alternative. Das ABS ist nach meinem Wissen nicht explizit im Fahrzeugbrief /-schein aufgeführt.

SingleR hat geschrieben:...Insofern würde ich (!) immer eine Reparatur des ABS bevorzugen als darüber nachzudenken, es auszubauen. Denn für den Ausbau werden wiederum Teile benötigt, die es auch nicht für umsonst gibt und deren Kosten die Reparatur eines ABS-Steuergerätes relativieren...


Für mich wäre das auch keine Frage. Auf ein Motorrad ohne ABS und Traktionskontrolle setze ich mich nicht mehr.

HarrySpar hat geschrieben:Bei so "älteren" Motorradfahrern mit angeblich vielen Kilometern Erfahrung würde mich mal interessieren, ob die immer schon so unsicher unterwegs waren. Oder ob die schon wieder auf dem "Rückweg" des Fahrkönnens sind, weil sie halt älter werden. Und vielleicht sollten die halt dann lieber keine wuchtige 1200er GS mehr fahren sondern eher eine CBR 500 mit unter 200kg und 48PS. Harry


Wer mit dem Motorrad unterwegs ist sollte gesund und auch körperlich belastbar sein. Dies würde ich jetzt nicht an einer Altersgrenze festmachen, vielmehr sollte es immer individuell betrachtet werden. Wer eine 1200er GS oder noch schwereres Motorrad nicht händeln und auch aufheben kann, sollte immer auf ein "leichteres" Motorrad wechseln, es muss ja nicht gleich eine HONDA sein.

Gruß Kajo
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Re: Allgemeine ABS-Zuverlässigkeit

Beitragvon SingleR » 02.07.2017, 22:16

Kajo hat geschrieben:
SingleR hat geschrieben:... Bist Du Dir sicher, dass eine derartige "Umrüstung" StVZO-konform ist? Ich würde das bis zum Beweis des Gegenteils verneinen ...


Die Frage kann ich nicht beantworten. Ich weiß nur aus dem Bereich der "S-Boxer" dass dort einige Besitzer das ABS nach Defekt am Steuergerät komplett ausgebaut haben. Da diese Motorräder damals sowohl mit als auch ohne ABS bestellt werden konnten und auch ausgeliefert wurden war dieser Ausbau wohl für den ein oder anderen Besitzer eine Alternative. Das ABS ist nach meinem Wissen nicht explizit im Fahrzeugbrief /-schein aufgeführt.


Hmm, da wäre ich mir, wenn ich mir die Typschlüssel-Nr. in der ZB1 ansehe, nicht so sicher. Die ist mir verdächtig lang (3 Buchstaben plus 6 Ziffern). Ich habe aber zumindest im www keinen Hinweis darauf gefunden, wie man diese Nr. komplett (und außer den ersten 3 Buchstaben, aus denen das Modell zu ermitteln ist) entschlüsseln kann. Bevor wir jetzt hier übers Forum "wie wild" Schlüsselnummern austauschen: evt. sendet mir mal jemand eine PN mit der Typschlüssel-Nr. einer F800R aus dem Mj 2012 (also Modell mit 1. Facelift), das ohne ABS ausgeliefert wurde.

Davon abgesehen: klar, es mag das typgeprüfte Modell ggf. auch ohne ABS gegeben haben. Aber streng genommen handelt es sich beim Ausbau des ABS um einen Umbau der Bremsanlage. Wenngleich man das wohl mit Original-Ersatzteilen von BMW bewerkstelligen kann, so möchte ich annehmen, dass bei einem derartigen Ansinnen zumindest eine Unbedenklichkeitsbescheinigung von BMW erforderlich werden würde. Ob man diese bekommt, darf bezweifelt werden. Und am Ende wäre im KI noch die ABS-Kontrollleuchte, die ja "funktionstüchtig" sein muss - was sie aber nicht kann, wenn kein ABS mehr da ist. Bei entsprechenden Zweifeln dürfte auch der TÜV in der Lage sein, anhand der Fg-Nr. den Auslieferungsumfang des betreffenden Fzg. zu ermitteln.
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Re: Allgemeine ABS-Zuverlässigkeit

Beitragvon Kajo » 03.07.2017, 07:55

@ SingleR - Dein Einwand erscheint mir berechtigt und wie bereits geschrieben bin ich mir ja auch nicht sicher, ob der ABS-Ausbau regelkonform ist.

Möglicherweise kann ja mal ein Fachmann hierzu eine klärende Aussage machen.

Gruß Kajo
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Re: Allgemeine ABS-Zuverlässigkeit

Beitragvon TwinFan » 03.07.2017, 18:38

Kurz vor meiner Garage ist ein relativ langes und breites Stück Straße mit Kopfsteinpflaster. Das ist eine Sackgasse, also 0 Verkehr. Da teste ich bei Nässe gern das ABS, ob es reagiert. Nach 1 Jahr und ~20 Tests bisher ohne Ausfall bei meiner '06er S. Nur unter Schrittgeschwindigkeit regelt es nicht mehr.
Ist ja auch logisch, wenn das System beim Start ebenfalls eine gewisse Mindestgeschwindigkeit verlangt, bevor die ABS Warnleuchte erlischt. Trotzdem sicherlich gut zu wissen, da man besonders bei Schrittgeschwindigkeit mal Mist bauen kann. :mrgreen:
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Re: Allgemeine ABS-Zuverlässigkeit

Beitragvon Roadslug » 04.07.2017, 20:21

Soviel ich weiß arbeitet das ABS erst ab einer Geschwindigkeit >15km/h.

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