Zielkonflikt Ruß - NOX

Alles was nirgenswo rein passt.

Re: Zielkonflikt Ruß - NOX

Beitragvon Graver800 » 03.08.2017, 19:33

Roadslug hat geschrieben:
Straddle hat geschrieben:
Graver800 hat geschrieben:Das Methanol kannst du entweder im Verbrennungsmotor verbrennen, dann kommst du mit einer Tankfüllung ca. 50% so weit wie mit Benzin. Alternativ nutzt du eine entsprechende Brennstoffzelle und plötzlich steigt die Reichweite schon heute um das 5-10-fache; also statt 500 km, kommst du plötzlich mit einer Tankfüllung 2500-5000 km weit.
Wie kommst du auf diese Reichweite mit einer DMFC (Methanol-Brennstoffzelle). ...

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Hallo, das Zitat stammt doch gar nicht von mir! Allerdings sehe ich das e-Auto auch ggf. eher als Zweitwagen für die nähere Umgebung. Wie das Schnelltanken auch mit Induktion gelöst werden kann kann ich nicht sagen (zumal Personen mit Schrittmacher etc. dann vielleicht recht schnell kein Auto mehr nötig haben dürften). Ein Hybrid mit kleinem Verbrennungsmotor wäre ggf. ne Option.
Brennstoffzellenantrieb würde ggf. am meisten Sinn machen aber da sehe ich seitens der Industrie kein Interesse. Mal sehen, vielleicht erledigt sich die Sache bis ein E-Auto in Europa verpflichtend wird durch meine reale Lebenserwartung (nicht die statistische!).
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Re: Zielkonflikt Ruß - NOX

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Re: Zielkonflikt Ruß - NOX

Beitragvon agentsmith1612 » 03.08.2017, 20:55

Ich möchte auch mal was dazu sagen:
Das Problem ist doch einfach das unsere Städte leider auf den totalen Individualverkehr ausgerichtet sind.
Dort entsteht doch schon das Problem.
Dazu kommt noch viele eben auch viele junge Leute wollen in die Stadt, weil da ist ja alles wie sie immer sagen "Zentral" man hat total viel um sich rum und kann sehr einfach mit ÖPNV fahren. Aber dennoch haben viele ein Auto. Wie passt das zusammen?

Ich halte das Elektroauto für erheblich marktreifer als die Brennstoffzelle.

Es gibt viele Herrausforderungen ja, ich bin schon zwei mal ein Tesla Model S gefahren einmal auch über 800 km, ich habe da gar keine Probleme gesehen. Die Pausen die wir zum Laden gemacht haben hätten wir auch ohne hin gemacht, bisschen Beine vertreten und so und einen Kaffee trinken. Zwar ein klein wenig längere Pausen als mit einem Verbrenner aber mit relativ wenig Aufwand alles möglich.
Zu dem gibt es doch nichts schöners als morgens ein voll aufgeladenes Auto zu haben. Ich muss nicht immer irgendwioe hinfahren um meine Reichweite aufzufüllen (Tankstelle) Sondern ich hab das immer zu Hause jeden Morgen. Mir ist bewusst, dass das nicht jeder hat, aber das ist doch dann das Problem von dem jenigen.

Das Wasserstoffauto halte ich für sehr unrealistisch, da zum einen die Effizienz sehr schlecht ist. Dazu ist das Auto noch teurer als ein E-Auto und ich bin abhängig von Konzernen. Ob ich nun Benzin, Diesel oder Wasserstoff tanke ich muss den Preis akzeptieren der mir da vorgeben wird.

Beim E-Auto muss ich das tendenziell auch jedoch habe ich die Chance auch selber Strom zu machen (PV Anlage), ist in dem Maße zwar nicht einfach aber es geht. Man stelle sich vor einige Nachbarn tun sich zusammen und investieren jeder ein wenig und dazu einen Speicher und schon hat man eine kleine Unabhängigkeit geschaffen.
Klingt utopisch ist aber gar nicht so weit weg, versuch das mal mit Benzin, Diesel oder Wasserstoff. Alleine schon wegen der Gefährlichkeit.

Mal sehen wo die Reise hinführt, ich bin fest davon überzeugt, ich werde in meinem Leben maximal noch einmal einen Verbrenner kaufen danach wird es in Hybrid oder E-Auto.
Mit freundlichen Grüßen
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Re: Zielkonflikt Ruß - NOX

Beitragvon HarrySpar » 03.08.2017, 21:54

Ich möchte ergänzen, dass der Wasserstoff großtechnisch meistens aus Erdöl oder Erdgas hergestellt wird.
Das CO2 entsteht also bei der Wasserstoffherstellung.
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Re: Zielkonflikt Ruß - NOX

Beitragvon Roadslug » 04.08.2017, 14:41

Das stimmt, wenn es sich um mit H2 betriebene Brennstoffzellen handelt. Bei den weiter oben zitierten, mit Methanol betriebenen Brennstoffzellen DMFC entfällt das natürlich. Aber dafür entsteht CO2 beim Betrieb der Brennstoffzelle. Irgendwie ein Teufelskreis, der sich nicht so ohne weiteres durchbrechen lässt. Was mir dabei am wenigsten gefällt ist, dass Methanol aus Anbau, von Mais, Zuckerrohr oder Zuckerrüben gewonnen wird. Es ist für mich nur schwer nachvollziehbar, dass Lebensmittel verheizt werden, damit wir Auto fahren können, während in anderen Regionen Hunderttausende verhungern,

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Re: Zielkonflikt Ruß - NOX

Beitragvon SingleR » 04.08.2017, 17:44

agentsmith1612 hat geschrieben:Ich halte das Elektroauto für erheblich marktreifer als die Brennstoffzelle.

Mag sein. Das heißt aber nicht, dass die Brennstoffzelle deswegen nicht mehr weiter zu entwickeln wäre. Wer nur kurze Strecken fahren will oder muss, für den hat das E-Auto sicher seine Berechtigung. Aber was spricht denn gegen eine "friedliche Koexistenz" von E-Auto und anderen Antrieben? Quasi ähnlich, wie es heute Benzin-, Diesel- und (erd-)gasbetriebene Fahrzeuge gibt.

agentsmith1612 hat geschrieben:Zu dem gibt es doch nichts schöners als morgens ein voll aufgeladenes Auto zu haben. Ich muss nicht immer irgendwioe hinfahren um meine Reichweite aufzufüllen (Tankstelle) Sondern ich hab das immer zu Hause jeden Morgen. Mir ist bewusst, dass das nicht jeder hat, aber das ist doch dann das Problem von dem jenigen.

Ja klar - oder: back to the future! Als sich das Auto vor nicht allzu langer Zeit nur die Reichen leisten konnten, hatte der breite Mittelstand nicht mal ein Pferd gehabt. Kann so die Zukunft - und in Anbetracht der schon für den Job zwingenden Notwendigkeit von Mobilität - die Zukunft aussehen? Ich denke nicht...

Das E-Auto wird - hoffentlich - als allumfassende Alternative zum Verbrenner scheitern. Ich persönlich (insbes. auch als bekennender Gebrauchtfahrzeugkäufer, der seine Fahrzeuge lange in seinem Besitz hält) hätte wenig Lust auf Akkus, die wg. Kapazitätsverlusten frühzeitig und für viel Geld auszutauschen sind. Und ich habe auch keine Lust auf regelmäßige Stromausfälle wg. Stromnetzüberlastung, weil sich tagelang die Sonne hinter dicken Wolkenschichten versteckt und irgendwelche PV-Anlagen dann nur einen Bruchteil ihres Peaks abliefern können. ;-)

Ich werde nach dem aktuellen Stand so lange verbrennungsmotorgetriebene Fahrzeuge fahren, wie sich das für mich irgendwie rechnet. Bis dahin gibt es hoffentlich genug Alternativen zum "rollenden Elektroschrott". ;-)
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Re: Zielkonflikt Ruß - NOX

Beitragvon TwinFan » 04.08.2017, 18:18

Das klingt jetzt hart wie Werbetext, passt aber irgendwie hier her....

Als Toyota Hybridfahrer kann ich zumindest zu der "nur noch nicht beim schummeln entdeckt?" Frage etwas beisteuern. Alle HSD Antriebe (so heißen die), haben einen Warmlauf-Zyklus, bei dem das Auto extrem viel Benzin verballert, nur um den Kat und den Antrieb aufzuwärmen für minimalen Schadstoff-Ausstoß. Das habe ich so bei noch keinem anderen Auto bemerkt. Es versaut einem regelmäßig Traumverbräuche, vor allem bei Kurzstrecken. Denn dieser Modus geht sogar so weit, dass er in den ersten Minuten lieber den kleinen Akku ineffizient komplett leer saugt, als den Aufwärmprozess zu unterbrechen.

Es gibt auch Bastler, die diesen Modus mit hardware-hacking umgehen, natürlich illegal. Aber da sieht man, dass die Priorität bei den Antrieben eben nicht im Kraftstoff-Sparen, sondern bei geringem Schadstoff-Ausstoß liegt.

Die Verbrennungsmotoren im System sind allesamt großhubraumige Saugmotoren (Prius = 1,8L) im Atkinson-Zyklus. D.h. das brutale Gegenteil vom momentanen 0,998L Turbo und Direkteinspritzer-Wahn. Merkt man leider auch bei der Fahrdynamik, aber insgesamt sehr gutes Fahrgefühl, wenn man keinen Bleifuß hat.
Ich weiß nicht, wie lange die Toyota Patente noch gültig sind, evtl können andere Hersteller an der Technik bald anknüpfen. Keine anderen Hybridsysteme haben mich bisher überzeugt.

Ich bin ja ein großer Fan der Plug-In Vorteile: Für Kurz- und Arbeitsstrecke nur Elektro und für alles andere Benzin-Hybrid mit Verhalten wie Auto 1.0, aber noch einen Tick effizienter. Dann braucht man auch keine unmengen an Lithium (Die nicht-plug-in Hybriden arbeiten sogar mit einfachen NiMh zellen).
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Re: Zielkonflikt Ruß - NOX

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Beitragvon agentsmith1612 » 04.08.2017, 20:12

TwinFan hat geschrieben:Keine anderen Hybridsysteme haben mich bisher überzeugt.

Schon mal einen Opel Ampera/ Chevi Volt gefahren mit dem Voltec Antriebssystem? Für mich das erheblich bessere Hybridsystem. Man fährt immer elektrisch und hat volle Leistung von einem großen E-Motor (150 PS). Akku leer oder man möchte sich die Ladung für später aufhebe, dann springt oder zuschaltbar der Benziner an und erzeugt Strom.
Klingt ineffizient, aber wenn man sich etwas näher damit beschäftigt so gibts dort noch zwei andere Fahrzustände die jetzt für hier zu kompliziert sind die genau diese Ineffizienz die man vermuten würde umgehen.

Vorteil von diesem System:
viel größere E-Reichweite als der Prius, Lademöglichkeit, Möglichkeit immer elektrisch Unterwegs zu sein, volle Beschleunigung elektrisch, Heizung und Klima auch alles erlektrisch.

SingleR hat geschrieben:friedliche Koexistenz" von E-Auto und anderen Antrieben?

Dagegen spricht nichts.
Für mich persönlich ist der bittere Beigeschmack bei den H2 Fahrzeugen halt, dass die Effizienz nicht unbedingt besser ist als die der Verbrenner. Dazu kommen noch die exorbitanten Kosten und der Gang bzw. Fahrt zum H2 Lieferanten.

SingleR hat geschrieben:Die Zukunft aussehen? Ich denke nicht...

Das hoffe ich auch nicht. Es wird jedoch in naher Zukunft kommen, dass Autos egal welchen Antrieb sie haben werden teurer werden.

SingleR hat geschrieben:Akkus, die wg. Kapazitätsverlusten frühzeitig und für viel Geld auszutauschen sind.

Bitte nicht persönlich nehmen, aber hast du dich mal überhaupt mit Akkus in Fahrzeugen auseinander gesetzt?
Das ist kein Vergleich zum Handy oder Laptopakku die wirklich nach 2 Jahren einen Kapazitätsverlust aufweisen.
Die Akkus halten erheblich länger. Es gibt genügend Statistiken von Tesla Model S, Tesla Roadster, Opel Ampera bzw. Chevi Volt Fahrern in denen Zeit und Laufleistung mit der noch angezeigten Reichweite korreliert werden. Kapazitätsverlust von mehr als zwei stelligen Prozentbereichen sieht man selbst nach 200.000 Meilen nicht.

SingleR hat geschrieben:Und ich habe auch keine Lust auf regelmäßige Stromausfälle wg. Stromnetzüberlastung

Es werden ja nicht von heute auf morgen 1 Mio E-Autos auf einmal angesteckt. Das geht ja langsam und darauf müssen sich unsere netten Stromkonzerne einfach einstellen. Leider tun sie gerade das Gegenteil. Rumheulen das ihre Alten Schrottmöhren aka Kohlekraftwerke und Atommeiler keinen Gewinn mehr abwerfen. Warum sollten Sie auch? Zukunft verschlafen, 6 setzen.

SingleR hat geschrieben: irgendwie rechnet.

Damit liegst du richtig, ein E-Elektroauto rechnet sich derzeit nicht. Um ehrlich zu sein, mir geht es auch nicht um rechnen oder Umwelt. Wenn du mal ein E-Auto gefahren bist dann wüsstest du wie entspannt und toll das ist. Es ist halt ein ganz anderes Fahren mit ganz anderen Möglichkeiten und vor allem viel viel sorgenloser. Kein Warmlaufen, kein Öl, kein Krach, kein Schalten, keine Zugkraftunterbrechung, automatische Standheizung und Kühlung, in der Garage jeden Morgen voll, beim Bremsen bekommt man was an Energie wieder usw......
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Re: Zielkonflikt Ruß - NOX

Beitragvon Roadslug » 04.08.2017, 21:24

Über das Thema könnte man gut und gerne ein eigenes Forum aufmachen. Pro und Kontras für die unterschiedlichen Techniken wie E-fahrzeug mit Batterie, E-Fahrzeug mit Brennstoffzellen und Hybrid-Abtriebe gibt es zuhauf. Was sich letztendlich durchsetzen wird ist schwer zu sagen. Ich selber habe nur eine Meinung zur Hybridtechnik. Für mich ist das allenfalls eine Übergangstechnik, weil es derzeit noch keine wirklich brauchbaren Akkutypen mit akzeptabler Reichweite gibt. Im Moment gilt immer noch bei den effizientesten Akkus ein Gewicht/Ladungsverhältnis von ca. 4kg/kWh als Minimum. Das ist für mich einfach nicht akzeptabel, weil man für praxistaugliche Reichweiten bis zu 400kg Akku mitschleppen muss. Aber zurück zu den Hybrids: Man benötigt zwei Antriebsmotoren, zwei Energiespeicher und zwei getrennte Stromkreise mit 12V bzw. 400V. Dass ist für mich ein Unding, das nur unnötige Kosten und Gewicht verursacht. Wie schon geschrieben halte ich Hybrid-Fahrzeuge für eine Übergangslösung, die spätestens dann vom Markt verschwinden werden wenn erst mal eine brauchbare Akkutype verfügbar ist.

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Re: Zielkonflikt Ruß - NOX

Beitragvon SingleR » 05.08.2017, 12:12

@ agentsmith1612:

Ja, ich habe tatsächlich schon in einem E-Auto gesessen (BMW i3). Ok, selbst gefahren bin ich damit nicht (nur als Beifahrer). Klar, es gibt beim Beschleunigen keine Zugkraftunterbrechung, und das Ganze geht tatsächlich relativ unspektakulär von der Hand. Mehr kann ich dem E-Auto in der Praxis aber nicht abgewinnen.

Natürlich hält der Akku eines E-Autos länger als 2 Jahre. Die Fzg-Hersteller werben ja auch mit einer Akkulebensdauer von 10 Jahren. Aber ich kenne dennoch keine Akkutechnik, die nach etlichen Ladezyklen nicht deutlich an Kapazität eingebüßt haben wird. Bei besagter Lebensdauer gehen die Akku- bzw. Fzg-Hersteller davon aus, dass die Restkapazität natürlich keine 100% mehr beträgt. Mal angenommen, sie betrüge ca. 75-80%, dann wäre das im übertragenen Sinn etwa so, dass der Tank eines fossil betriebenen Kfz von 50 auf 40 Liter geschrumpft ist... ;-)

Davon abgesehen, verlieren die Akkus über ihre Lebensdauer ihre Kapazität nicht linear, sondern sie sinkt in Richtung End-of-Life deutlich stärker. Was also nach 10 Jahren noch per definitione - also eingeschränkt - funktioniert, kann im 11. oder 12. Jahr schon völlig anders aussehen. Der Käufer eines z.B. 8-jährigen Gebrauchtwagens wird also dennoch damit rechnen müssen, dass relativ kurz nach dem kauf der Energiespeicher für teures Geld zu erneuern ist.

Aber auch noch mal zur Reichweite: hier wird genau so schöngerechnet, wie es aktuell beim Brennstoffverbrauch ist. Mir soll niemand erzählen, dass die Reichweite eines E-Autos im Winter nahezu genau so hoch ist wie im Sommer - wo man eben keine Heizung benötigt, weniger oft und lange mit Licht fährt, seltener den Scheibenwischer benötigt usw. Hat man bei der Reichweitenberechnung überhaupt einkalkuliert, dass nahezu alle, die Auto fahren, sich des "Entertainment"-Pakets mit Radio, Navi und der Freisprecheinrichtung erfreuen? ;-) Unter dem Strich bleibt also von der prognostizierten Reichweite deutlich weniger übrig. Erst recht, wenn der Kapazitätsverlust des Akkus einzurechnen ist.

Um es noch einmal klar zu stellen: ich bin genau so wenig gegen das E-Auto wie ich für den fossilen Verbrenner bin. Aber das E-Auto hat Nachteile, für die aktuell die Lösungen fehlen (und am fossilen Verbrenner werden wir uns aus nachvollziehbaren Gründen nicht mehr allzu lange erfreuen können). Ich denke, dass sich aus dem Mix der Lösungen auf Dauer dasjenige Konzept durchsetzt, das a) vom Verbraucher die geringste Abkehr vom Gewohnten erfordert (also ungefähr: Volltanken in 5 Minuten; Tanken dann, wenn der Speicher leer ist und nicht, weil eine Tankstelle in Sichtweite ist) und b) möglichst vorhandene, umrüstfähige Infrastrukturen (Tankstellen) nutzen kann. Und diese Punkte betreffend ist das E-Auto weit abgeschlagen - und (z.B.) die Brennstoffzelle deutlich näher dran! Das E-Auto ist heute wohl nur deswegen eine Option, weil der E-Motor ungefähr so lange in der Evolutionsphase ist wie der Verbrennungsmotor.
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Re: Zielkonflikt Ruß - NOX

Beitragvon Roadslug » 05.08.2017, 13:09

Hey @SingleR
Du bringst es sehr schön auf den Punkt. Die Reichweite eines E-Fahrzeugs wird genau so mit dem NEFC-Fahrzyklus bestimmt wie die Kraftstoffverbräuche eine konventionellen Fahrzeugs. Grundsätzlich ist das ja nicht falsch, weil die Messergebnisse in erster Linie dafür gedacht sind einen Vergleich der unterschiedlichsten Fahrzeuge zu ermöglichen. Dummerweise haben die realen Verbräuche bzw. Reichweiten in der Praxis mit den Norm-Verbräuchen bzw. Reichweiten nicht allzuviel miteinander zu tun. Und ja, bei tiefen Temperaturen verlangsamt sich die chemische Reaktion in einem Akku, wodurch die verfügbare Kapazität sehr nachhaltig verringert wird. Das hat also nicht nur mit den Zusatzverbrauchern wie Fahrzeugheizung, beheizte Scheiben, Licht, Scheibenwischer etc. zu tun. Das sind Dinge die bei den Befürwortern eines E-fahrzeugs gerne mal verschwiegen werden. Natürlich trifft der Mehrverbrauch und damit die eingeschränkte Reichweite auch für ein konventionelles Fahrzeug zu. Aber halt doch mit dem Unterschied, dass sich alle paar Kilometer einer Tankstelle befindet und der Tank in wenigen Minuten wieder gefüllt ist.

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Re: Zielkonflikt Ruß - NOX

Beitragvon agentsmith1612 » 05.08.2017, 14:05

Roadslug hat geschrieben:Und ja, bei tiefen Temperaturen verlangsamt sich die chemische Reaktion in einem Akku, wodurch die verfügbare Kapazität sehr nachhaltig verringert wird.

Das stimmt so nicht. Ja die chemische Reaktion verlangsamt sich, reine Reaktionskinetik. Die Kapazität verringert sich dadurch nicht. Die verfügbare Leistung verringert sich (ich also nicht kurzzeitig viel Strom zur Verfügung stellen) versuche ich dennoch diese Leistung abzurufen bricht die Spannung zusammen und dann sieht es so aus als sei der Akku leer.

Um dem entgegen zu wirken wird der Akku ja auch beheizt bzw. im Sommer gekühlt.
Es ist korrekt das die Heizung des Akkus im Winter Strom kostet. Idealerweise heizt man im Winter seinen Akku im Innenraum vor Abfahrt vor (Standheizung nur eben elektrisch) und dabei wird auch der Akku vorgewärmt, und das alles wärend die Kiste an der Ladedose hängt, dann ist für die Fahrt der Reichweitenverlust nicht so hoch.

Edit: Ich möchte hier auch nicht weiter die Diskussion führen pro EV gegen Verbrenner oder dergleichen. Jeder hat seine Meinung und Einstellung und das ist auch gut so. Die Zukunft wird zeigen was passsiert.
Nur so nebenbei hier nochmal das von mir oben erwähnte.

https://www.screencast.com/t/iAmwAJoS
Von: https://electrek.co/2016/06/06/tesla-mo ... gradation/
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Re: Zielkonflikt Ruß - NOX

Beitragvon TwinFan » 07.08.2017, 18:22

Das ist für mich einfach nicht akzeptabel, weil man für praxistaugliche Reichweiten bis zu 400kg Akku mitschleppen muss.


Was die Zusatztechnik zur Abgasbehandlung moderner Diesel und Benzindirekteinspritzer angeht, bewegen wir uns auch langsam in die Richtung. :D
Spaß beiseite, es ist doch eine einfache Kalkulation, ob 400 Kg mehr Gewicht für den Antrieb (und die Karosserie usw.) sinnvoll sind, oder nicht. Aus energetischer Sicht sind 400Kg mehr bei einem Elektroauto kein Hemmnis, weil du ca. 35% deiner Bewegungsenergie zurückgewinnen kannst. Allgemein ist diese Rechnung argumentativ schwer zu halten, im momentanen SUV-Boom. Theoretisch müssten wir sonst alle luftgekühlte Zweitakter fahren. popcorn

Schon mal einen Opel Ampera/ Chevi Volt gefahren mit dem Voltec Antriebssystem? Für mich das erheblich bessere Hybridsystem. Man fährt immer elektrisch und hat volle Leistung von einem großen E-Motor (150 PS). Akku leer oder man möchte sich die Ladung für später aufhebe, dann springt oder zuschaltbar der Benziner an und erzeugt Strom.


So einen hätte ich mir geholt, wenn die nicht so teuer gewesen wären (vor 4 Jahren). Ich meinte hauptsächlich die Vollhybride ohne Aufladetechnik. Die sind zumindest bei Toyota nun schon seit jahren massentauglich, auch vom Preis her. Der Knackpunkt ist, dass Toyota prinzipbedingt schadstoffarme Verbrennungsmotoren einsetzt, die zwar keine Wurst vom Brot ziehen, aber in Verbindung mit dem Hybridsystem kraftvoll und umweltfreundlich sind. Es werkeln eben auch 2 Elektromotoren mit Verbrenner in einem Planetengetriebe ohne Kupplung. Technisch gesehen sind auch die non-plug-ins reine Elektroautos mit Verbrenner-Unterstützung. Auch wenn die Kisten einige Materialien mehr an bord haben müssen, fehlt ihnen: Keilriemen, Kupplung, Anlasser, Lichtmaschine. Und typisch Verschleißintensive Teile wie Wasserpumpe, Klimakompressor usw. werden direkt Elektrisch betrieben.
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Re: Zielkonflikt Ruß - NOX

Beitragvon reha73 » 09.08.2017, 20:30

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Re: Zielkonflikt Ruß - NOX

Beitragvon SingleR » 11.08.2017, 09:52

reha73 hat geschrieben:
Kühe sind gefährlicher als Autos

... mit einem kleinen, aber (bezogen auf die geführte Debatte) durchaus entscheidenden Unterschied: die Kühe selbst produzieren keinen Feinstaub! :mrgreen:

Sich beim Pkw von der Dieseltechnologie zu verabschieden und so der Umwelt einen nicht zu vernachlässigenden Gefallen zu tun dürfte überdies erheblich leichter sein als die Kuh abzuschaffen... ;-)
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Re: Zielkonflikt Ruß - NOX

Beitragvon Eike » 11.08.2017, 12:00

So lange ich aus Spaß mit dem Motorrad fahre und das mit meinem Gewissen vereinbaren kann, werde ich niemanden auffordern auf irgendetwas zu verzichten. Und es bringt sowieso nichts: Gibt man heute beim Diesel nach ist es morgen der Benziner und übermorgen das E-Auto wegen Elektrosmog oder so. Es werden immer Schreckensszenarien an die Wand gemalt, also können wir auch alles lassen, wie es ist.

Gruß Eike
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