(erheblicher) Mehrverbrauch durch E10?

Alles was nirgenswo rein passt.

Re: (erheblicher) Mehrverbrauch durch E10?

Beitragvon ronne » 27.01.2012, 23:10

Tito_2000 hat geschrieben:Für mich ist das eine Sache des Prinzips und der Menschlichkeit:
1. Tanke ich kein Mais oder Getreide, das schmeckt meinem Auto oder Motorrad nicht und fahren will es damit erst recht nicht.
2. Werden hier Nahrungsmittel sinnlos verpulvert und woanders verrecken kleine Kinder auf elendse Weise weil dort kein Essen ankommt oder es zu teuer ist.

Bei diesem Völkermord mache ich nicht mit, das ist, als wenn man Kleinkinder in den Brennofen einer Dampflock wirft, um sie damit anzutreiben.

Das Getreide, das nötig ist, um den 120 Liter fassenden Tank eines Geländewagens mit Ethanol zu füllen, reicht aus, um einen Menschen ein Jahr lang zu ernähren. Von der Menge, die destilliert werden muss, wenn der Tank alle zwei Wochen gefüllt wird, könnten sich 26 Leute ein Jahr lang satt essen.

Die arme Bevölkerung Mexikos kann sich das Grundnahrungsmittel Mais immer weniger leisten.
Der Preis für Tortillas schoss letzte Woche dramatisch in die Höhe. In der Hauptstadt kostete das Kilo zwischen 10 und 17 Pesos statt der üblichen 6 bis 7 Pesos (10 Pesos entsprechen etwa 1 Franken 10). Das nachdem der Preis letztes Jahr um 14 bis 20 Prozent gestiegen war, wie die Zentralbank berichtet. Bei einem Durchschnittseinkommen von 200 Pesos im Tag ist dies für viele eine schwere Belastung. Die Hälfte der 107 Millionen Mexikaner lebt in ärmlichen bis elenden Verhältnissen.
http://www.nzz.ch/2007/01/21/al/articleEUDIG.html


BildBildBild



Na ja, als E10 Gegener muß man nicht unbedingt so agieren, nur das es von vielen gemieden wird.

Was ist den mit dem Getreide das im Meer versengt wird um die Preise stabil zu halten???
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Re: (erheblicher) Mehrverbrauch durch E10?

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Re: (erheblicher) Mehrverbrauch durch E10?

Beitragvon explorer » 27.01.2012, 23:19

Die Preise werden durch die Spekulanten in die Höhe getrieben.. ob du nun E10 tankst oder nicht..

Aber wir wollen hier sachlich bleiben...
BMW F 800 R Silber ..

knapp 30000 km gefahren und immer null Probleme, ich hoffe nur meine neue R 1200 R läuft genauso

http://youtu.be/qVIqTfwEVEI
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Re: (erheblicher) Mehrverbrauch durch E10?

Beitragvon Tito_2000 » 27.01.2012, 23:43

Also sachlicher kann man die Situation nicht darstellen find ich.
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Re: (erheblicher) Mehrverbrauch durch E10?

Beitragvon minni » 28.01.2012, 08:58

Ich hatte auch mir schon gedacht, ob ich das Thema
Tito_2000 hat geschrieben:
Für mich ist das eine Sache des Prinzips und der Menschlichkeit:
1. Tanke ich kein Mais oder Getreide, das schmeckt meinem Auto oder Motorrad nicht und fahren will es damit erst recht nicht.
2. Werden hier Nahrungsmittel sinnlos verpulvert und woanders verrecken kleine Kinder auf elendse Weise weil dort kein Essen ankommt oder es zu teuer ist.

anschneide. Es kam mir aber in den Sinn, dass das dem "Öffnen der Büchse der Pandora" ähnelt.
Ich versuche "Das Ganze sehen!" zu verfolgen, was bei manchen Themen einfach ist und bei anderen Themen schwierig bis unmöglich.

Mich störte bereits der Name "Bioethanol". Biologisch angebauter Ethanol?
Warum eigentlich Ethanol, wenn es doch umgangssprachlich einfach Alkohol heißt?
Wie stellt sich die "Welthungerhilfe" zu diesem Thema? Vielleicht gibt es dort eine ordentliche und vernünftige Aussage zum Thema E5, E10 oder sogar E85?
http://www.welthungerhilfe.de/faq-agrartreibstoffe.html
Wenn man es genau nimmt, ist Erdöl auch ein nachwachsender Rohstoff, wenn auch sehr langsam, und vermutlich sogar BIO!
Es ist genauso wie Ethanol ein fossiler Energieträger!
Mein aktueller Kenntnisstand ist einfach zu niedrig.

Was ist mit mit Rum, Whisky oder Wodka? Ebenfalls "Bioethanol"?
Mein aktueller Kenntnisstand ist einfach zu niedrig.

Das Thema "E10" gehört in die gleiche, vielleicht, sinnlose Schublade wie "Umweltzone" und "CO2".
"Das Ganze sehen!" und "Um was geht es eigentlich?"
Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass ein sehr großer Teil der Umwelt für den Menschen inkompatibel sein wird. Aber eben nur ein sehr großer Teil.
Es wird ein paar tausend Quadratkilometer geben, in denen ein kleiner Teil der Menschheit überlebt. Biologisch betrachtet: Ziel erreicht!
Gruß Minni
PS:
Ich tanke 98 oder 100 Oktane. Es fährt sich geschmeidiger!
Sterben? Das ist das Letzte, was ich tue!
Ich bin nicht dagegen. Ich bin nicht dafür. Ich bin darin!
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Re: (erheblicher) Mehrverbrauch durch E10?

Beitragvon Roadslug » 28.01.2012, 10:25

In der tat kann man sich bei diesem heiklen Thema sehr leicht den Mund verbrennen, daher ist wirklich besser sich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen solange man nicht mehr Informationen hat. Die paar technischen Fragen seien gerne beantwortet:
Der Begriff Bioethanol ist eigentlich Unsinn, Ethanol ist immer Bio, daher reicht der Begriff Ethanol
Ethanol ist ein Alkohol, das ist richtig. Aber Alkohol ist ein Sammelbegriff für viele CH3-OH Verbindungen und Ethanol ist nur eine davon. Etwa so wie "Kraftstoff" eben Benzin, Diesel, Super, E10 etc. sein kann.
ROZ98 zu tanken bringt bei der F800 überhaupt nichts. Der Motor ist auf ROZ95 ausgelegt und hat auch keine Klopfregelung. Im Sinne des gesamten Energieverbrauchs ist es sogar kontraproduktiv, da man zur Herstellung von ROZ98 mehr Energie benötigt.

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Re: (erheblicher) Mehrverbrauch durch E10?

Beitragvon RR60 » 28.01.2012, 12:40

So eine staatlich verordnete Plörre kommt mir nicht in den Tank.
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Re: (erheblicher) Mehrverbrauch durch E10?

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Re: (erheblicher) Mehrverbrauch durch E10?

Beitragvon HarrySpar » 30.01.2012, 08:28

Roadslug hat geschrieben:... Aber Alkohol ist ein Sammelbegriff für viele CH3-OH Verbindungen und Ethanol ist nur eine davon. ...

Ist jetzt nicht ganz richtig, oder?
Du müßtest schreiben: "Aber Alkohol ist ein Sammelbegriff für viele CnH2n+1-OH Verbindungen ...."

Methanol: CH3-OH
Ethanol: C2-H5-OH
Propanol: C3-H7-OH

Oder liege ich da falsch?

Ob durch die Bioethanolproduktion für Benzin wirklich Nahrungsmittelknappheit verschärft wird, habe ich bis jetzt leider noch nicht herausgefunden. Die einen sagen so und die anderen so.

Was ich aber weiß, ist, daß in München eine Firma (Südchemie oder so ähnlich) derzeit ein Verfahren zur Marktreife entwickelt, mit dem Pflanzenreste, die Betonung liegt auf Reste, zu Bieoethanol umgewandelt werden können.
Also z.B. Grasschnitt vom Rasenmähen, die Stengel vom Mais (nicht die Maiskörner selbst), sonstige Stengel von Gemüse und Getreide (nicht das Gemüse oder die Getreidekörner selbst). Solch eine Bioethanolproduktion steht dann mit Sicherheit in keiner Konkurrenz mehr zu Nahrungsmitteln.

Zurück zum eigentlichen Thema. Natürlich kann man sagen, daß mein Selbstversuch Erbsenzählerei ist. Aber ich bin nunmal jemand, der gerne etwas selbst austestet. Sowas macht mir halt Spaß. Und schaden tut es bestimmt niemand, wenn ich sowas selber austeste mit meiner Versuchsreihe.
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Re: (erheblicher) Mehrverbrauch durch E10?

Beitragvon Roadslug » 30.01.2012, 15:03

Nun ja, ich bin ja kein Chemiker sondern nur Techniker. Sollte ich die Alkohol-Formel falsch abgekupfert haben bitte ich tiefzerknirscht um Vergebung. :oops: :mrgreen:
Übrigens war ich der Meinung, dass Ethanol zum größten Teil aus Zuckerrohr hergestellt wird. Dass man auch Getreide (Mais) dafür verwendet war mir neu, aber wenn es zutrifft ist es im Hinblick auf die zunehmende Lebensmittel-Knappheit schon etwas pervers.

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Re: (erheblicher) Mehrverbrauch durch E10?

Beitragvon HarrySpar » 13.04.2012, 07:49

Ich breche meinen Selbstversuch (an meinem Auto von Juli bis jetzt) nun ab. Zum einen weil die Preisdifferenz nun meistens 4Ct beträgt, und zum anderen weil ich mit E10 keinen Mehrverbrauch herausmessen kann (schon eher einen Minderverbrauch). Ab jetzt tanke ich nur noch E10.

Die Verbräuche waren Im Einzelnen:

3,39L/100km (E10), dann 3,33L/100km (E5), dann 3,41L/100km (E10), dann 3,54L/100km (E5), dann 3,54L/100km (E10), dann 3,68L/100km (E5), dann 3,72L/100km (E10), dann 3,92L/100km (E5), dann 3,88L/100km (E10), dann 3,95L/100km (E5), dann aus Versehen zweimal hintereinander mit E10: 3,93 und 3,71L/100km und dann zum Ausgleich zweimal hintereinander mit E5: 3,72 und 3,58L/100km

Das ergibt also nun ein Durchschnitt mit E5 von 3,674L/100km und für E10 3,654L/100km.
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Re: (erheblicher) Mehrverbrauch durch E10?

Beitragvon SakuraKira » 13.04.2012, 09:04

Das Wort Bio bei Bioethanol soll wohl suggerieren, dass der Kraftstoff besonders umweltfreundlich ist.
Und im Endeffekt ist es unreines Ethanol mit eigentlich nicht gewünschten Fremdstoffen.

Bei einigen Tankstellen habe ich die Vermutung das in den E10 Säulen ebenfalls <E5 drin ist.
Nur ausprobieren mag ich's mit meinem Auto nicht.
Habe live erlebt was E10 mit der Laufruhe eines 325i E90 angerichtet hat.
Da kann man gleich 3 Zylinder fahren (übertrieben gesprochen).
F800 Adee ... S1000RR Juchee
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Re: (erheblicher) Mehrverbrauch durch E10?

Beitragvon Tito_2000 » 26.04.2012, 15:59

Bio hier Bio da heutzutage ist alles grün oder blau ... sowas nennt man Greenwashing und ist eine reine Marketinggeschichte um den Leuten Zeugs anzudrehen was sie eigentlich nicht brauchen/wollen
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Re: (erheblicher) Mehrverbrauch durch E10?

Beitragvon Tito_2000 » 27.04.2012, 20:21

Ich möchte noch auf diesen kurzen ADAC Artikel hinweisen:
http://www.adac.de/infotestrat/adac-im- ... ageId=6729
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Re: (erheblicher) Mehrverbrauch durch E10?

Beitragvon HarrySpar » 03.05.2017, 16:51

1,3% Mehrverbrauch mit E10 gegenüber E5!!!
Das hab ich jetzt über die letzten 28 Monate (etwa 64000km) mit meinem Nissan Pixo ermittelt.
Habe die letzten 28 Monate immer abwechselnd E10 und E5 getankt.
Ich fahre den Tank auch immer sehr leer. Dadurch hatte ich bei meinem Selbstversuch immer ziemlich sortenreine Kraftstoffe im Tank.
Also keine E10 / E5 Mischungen.
Das waren nun 66 Tankfüllungen. Also 33 Füllungen mit E10 und 33 mit E5.
Folgende Verbräuche ergaben sich dann im Schnitt:

E10: 3,698L/100km
E5: 3,650L/100km

Ergibt also mit E10 einen Mehrverbrauch von etwa 1,3%.
Und da ich den Tank natürlich beim besten Willen nicht immer auf den letzten Tropfen leerfahren konnte, ist der Mehrverbrauch in Wirklichkeit noch etwas höher als 1,3%. Denn bisschen was von der alten Benzinsorte war natürlich beim nächsten Tank noch mit reingemischt.
Geht man durchschnittlich von einem Restbenzingehalt vor dem Tanken von etwa 5% aus (also etwa 1,75L bei meinem 35L Tank), dann dürfte der tatsächliche Mehrverbrauch mit E10 so an die 1,4% gehen.

Harry
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Re: (erheblicher) Mehrverbrauch durch E10?

Beitragvon henry.de » 03.05.2017, 17:23

Gut zu wissen ! clap

Wie sieht es kostentechnisch aus ?? ThumbUP

lg Henry
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Re: (erheblicher) Mehrverbrauch durch E10?

Beitragvon Eike » 03.05.2017, 18:19

Sehr interessant, Harry! Der ADAC kam auf 1.5%: https://de.wikipedia.org/wiki/E10_(Kraftstoff) Der Verbrauch bei E10 dürfte auch etwas höher sein, da E10 ja der Maximalwert ist und gelegentlich ja einfach E5 als E10 verkauft wird. Es bestärkt mich in meiner Entscheidung, das Zeug nicht mehr zu tanken. Am Anfang bei 4Ct weniger ja, seit 2Ct nicht mehr.

Ärgerlich, daß durch die sinnvolle Verweigerung von E10 durch die Bevölkerung heimlich die Steuer auf E5 erhöht. War halt' alternativlos :evil:

Gruß Eike
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