Motorradketten - Vergleich

Die Technik zur F800R - F 800 R.

Re: Motorradketten - Vergleich

Beitragvon Holger1 » 11.08.2019, 06:38

Ganz mein Reden.... :mrgreen:

Die Laschen längen sich nicht mal einfach so, dazu müssten der Stahl über seine Streckgrenze (Re) hinaus belastet werden, damit sowas passiert.

Wi egesagt, entweder hat das Fett in den Fettkammern keine Chance durch die Ölung auszutreten bzw. durch die permanente Ölung kömmt trotz O-Ring/X-Ring Öl in die Fettkammern und kann da wo es wichtig ist nach Herzenslust schmieren und Verschleiß minimieren.

Tjo, die Kettenölernotwendigkeit gewinnt gerade bei mir immer mehr Bedeutung.
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Re: Motorradketten - Vergleich

Beitragvon SingleR » 11.08.2019, 09:22

Holger1 hat geschrieben:Wi egesagt, entweder hat das Fett in den Fettkammern keine Chance durch die Ölung auszutreten bzw. durch die permanente Ölung kömmt trotz O-Ring/X-Ring Öl in die Fettkammern...

Auf der FAQ-Seite von Scottoiler ist es so erklärt, dass der Öler an den nicht abgedichteten Stellen für Schmierung sorgt. Von einem Passieren des Kettenöls in den abgedichteten Bereich ist keine Rede. Wer hat jetzt Recht? ;-)

Diesen nicht abgedichteten Bereich kann man ja auch manuell pflegen. Natürlich hat der Öler den Vorteil, dass sich über die Permanentschmierung weniger verschleißfördernder Schmutz auf der Kette absetzt.

Gegi hat geschrieben:Mein Langzeittest hierzu läuft bereits 10 Jahre und 43 TKm und die Erstausrüsterkette wurde, außer ggf. beim KD vom Freundlichen, von mir noch nie nachgespannt. Ich schätze, dass sie einschl. Kettenrad locker nochmal 20 TKm übersteht. Und ja: ich gehöre zur Kettenölerfraktion (CLS).

Wenn es sich bei der Erstausrüsterkette ebenfalls um die OEM-Ausführung von Regina handeln sollte, wären Deine Erfahrungen ein Indiz dafür, dass der Kettenpflege eine höhere Bedeutung zukommt als die Wahl des "richtigen" Kettenherstellers. Zumindest ist es aber ein weiteres Argument, dass es sekundär bis nicht erforderlich ist, die "beste" Kette mit den höchsten Rigiditätswerten zu verwenden.

Ich mache ja aktuell auch keine "schlechten" Erfahrungen mit der Erstausrüsterkette. Nur eben ohne Kettenöler. Ich bin mir dabei durchaus bewusst, dass ich "systembedingt" mit in Intervallen manuellem Reinigen und Schmieren voraussichtlich nicht die Laufleistung erzielen werde wie Du mit einem permanent arbeitenden Kettenöler.
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Re: Motorradketten - Vergleich

Beitragvon Holger1 » 11.08.2019, 13:36

Ich habe zu keinem Zeitpunkt behauptet, dass das Öl die Dichtungen in jedem Fall passieren kann. Wobei ich mir das bei so einem bewegten Dichtring in relativ schmutziger Umgebung durchaus vorstellen kann. Es gnugt ja ein winziger Schmutzpartikel in der O-Ring Anlagefläche und das Fett kann raus und könnte eintreten, gerade weil in und an dem O-Ring als Bewegung anliegt.


In sofern hat die Aussage "wer hat denn nun Recht" hier wenig Bedeutung. Sage nicht das ich Recht habe, sage mir das ich mir das vorstellen kann, annehme, vermute, nicht ausgeschlossen ist. ;-)

Hast du eine ganz eigene Meinung dazu? Was nimmst du denn an?
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Re: Motorradketten - Vergleich

Beitragvon SingleR » 11.08.2019, 21:28

Holger1 hat geschrieben:Ich habe zu keinem Zeitpunkt behauptet, dass das Öl die Dichtungen in jedem Fall passieren kann. Wobei ich mir das bei so einem bewegten Dichtring in relativ schmutziger Umgebung durchaus vorstellen kann. ... Sage nicht das ich Recht habe, sage mir das ich mir das vorstellen kann, annehme, vermute, nicht ausgeschlossen ist. ;-)

Nein, es soll kein Streitthema werden. Ich hatte nur mal im www geforscht, ob es Quellen gibt, die Deine These stützen. Dabei bin ich aber nur auf die Aussage von Scottoiler gestoßen. Das heißt natürlich nicht, dass an Deiner Theorie nicht doch was dran sein könnte, weil bekanntermaßen eine Schwalbe (= Aussage von Scottoiler) noch keinen Sommer macht. ;-)

Hier ist übrigens die Site, auf die ich mich weiter oben schon bezogen hatte (und die auf eine 16-seitige englischsprachige Doku verlinkt). Zusammengefasst, schmiert der Öler die nicht abgedichteten Bereiche. Das Öl sorgt außerdem für ein regelmäßiges und kontinuierliches "Abschleudern" des Schmutzes zum Schutz der Dichtringe vor Abrasion, und es verzögert überdies eine Versprödung der Dichtringe, so dass die Dauerfettfüllung möglichst lange dort verbleibt, wo sie hingehört.

Natürlich: sind die Dichtringe erstmal kaputt, wird das Kettenöl in der Lage sein,dorthin vorzudringen, wo zuvor das Dauerfett war. Inwieweit der Öler bei einer geschädigten Kette noch lebensverlängernd sein kann, wissen wir leider nicht. Die Doku beschränkt sich insofern auf die Kernaussage, dass der Öler nicht nur eine Schädigung der Kette möglichst lange hinauszuzögern soll, sondern dass sie das sben auch besser zu bewerkstelligen scheint als jede noch so penible Pflege per Hand.

Wenn man sich die Schaubilder (Vergleich: "Öler" zu "manuelle Pflege") so ansieht, dann wird man sicher auch zu dem Schluss kommen müssen, dass die Permanentöler ggü. manuell zu bedienenden Systemen wie (z.B.) dem Cobrra Nemo (bei dem ja nur alle paar hundert km ein paar Öltropfen die Kette erreichen) im Vorteil zu sein scheinen. Auch hier wäre es interessant zu erfahren, wie groß die Unterschiede zwischen automatisch und manuell zu bedienenden Systemen sind.
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Re: Motorradketten - Vergleich

Beitragvon Stollentroll » 13.08.2019, 09:03

Mal eine ganz simple Kettenfrage:
Womit schmiert und pflegt Ihr eigentlich? Das Zeugs von Louis ist ja auf Dauer reichlich teuer....
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Re: Motorradketten - Vergleich

Beitragvon SingleR » 13.08.2019, 10:32

Machen wir das Kettenpflegethema an dieser Stelle nicht zur Glaubensfrage. Von mir aus nur so viel:

- Kettenreinigung: mit Pinsel und Petroleum aus dem Baumarkt
- Kettenfett: da gibt es halt kaum einen Weg, der an der Louise oder am Polo vorbei geht. Ich habe gute Erfahrungen mit Caramba-Kettenspray (gibt es auch im Baumarkt) gemacht, bin aber vor einiger Zeit zum Motul ChainPaste gewechselt. Das Zeug aus der Tube saut beim Einfetten nicht so rum und ist sehr ergiebig.

Am Ende ist es, wie wir hier schon festgestellt haben, fast egal, womit man pflegt. Hauptsache vernünftig und regelmäßig, so lange man keinen Kettenöler verwenden möchte. Mit richtiger Pflege hält auch die allgemein ach so gescholtene Regina-Kette sehr lange durch.
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Re: Motorradketten - Vergleich

Beitragvon MG63 » 13.08.2019, 13:57

Doch, es gibt eine gute aber ich denke teurere Alternative. HKS. Aber nach meiner Erfahrung holt man den Mehrpreis durch verlängerte Pfelgeintervalle wieder rein.
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Re: Motorradketten - Vergleich

Beitragvon Holger1 » 17.08.2019, 09:18

SingleR hat geschrieben:
Wenn man sich die Schaubilder (Vergleich: "Öler" zu "manuelle Pflege") so ansieht, dann wird man sicher auch zu dem Schluss kommen müssen, dass die Permanentöler ggü. manuell zu bedienenden Systemen wie (z.B.) dem Cobrra Nemo (bei dem ja nur alle paar hundert km ein paar Öltropfen die Kette erreichen) im Vorteil zu sein scheinen. Auch hier wäre es interessant zu erfahren, wie groß die Unterschiede zwischen automatisch und manuell zu bedienenden Systemen sind.


Sehr interessant.
Hatte gerade vor mir den Cobrra zu kaufen.
Aber es ist ja nur eine Empfehlung nur alle paar Hundert Kilometer zu ölen/zu drehen. Man kann ja auch täglich 1x drehen und das Öl würde abgeschleudert werden, oder?

Gruß
Holger1
 
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Re: Motorradketten - Vergleich

Beitragvon SingleR » 18.08.2019, 11:02

Holger1 hat geschrieben:Hatte gerade vor mir den Cobrra zu kaufen.
Aber es ist ja nur eine Empfehlung nur alle paar Hundert Kilometer zu ölen/zu drehen. Man kann ja auch täglich 1x drehen und das Öl würde abgeschleudert werden, oder?

Nun, ich denke, dass sich der Vorteil eines automatischen ggü. einem manuellen Kettenöler in Bezug auf die Laufleisrung der Kette in Grenzen hält. Alles Weitere muss man wohl austesten. Gilt natürlich auch dafür, wenn man den Cobrra etwas öfter als empfohlen betätigt. Am Ende soll der Cobrra ja genau so wenig das Heck versauen wie andere Kettenöler auch. ApUnd natürlich genau so wenig wie korrekt aufgetragenes Kettenfett aus der Dose oder Tube. :roll:

Der Cobrra verkörpert halt die Reduktion auf das Wesentliche. Auch beim Einbau. Wenn das Ding tadellos funktioniert und das Mopped auch in längeren Standpausen (von ca. 30 Minuten in praller Sommersonne bis hin zu wochenlangen Fahrpausen im Unterstand in der "Nebensaison") "kleckerfrei" abgestellt werden kann, dann könnte sogar ich mich für das Ding erwärmen. ;-) Von den automatischen Ölern scheint mir in Bezug auf das Preis-Leistungs-Verhältnis der Mofessor eine sehr interessante Option zu sein. Kettenölervergleiche und -erfahrungen sollten wir aber besser auch in einem separaten Thread diskutieren. Meine Erfahrungen beschränken sich auf Kettenfette verschiedener Hersteller. Aber zusammengefasst habe ich nicht den Eindruck, dass sie sich in Bezug auf das Abschleuderverhalten großartig unterscheiden.
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Re: Motorradketten - Vergleich

Beitragvon Karl Dall » 19.08.2019, 14:38

Zitat SingleR: "Machen wir das Kettenpflegethema an dieser Stelle nicht zur Glaubensfrage"
Die Kettenölerei und ihre Wirkung auf die Lebensdauer kann man in der Tat separat bequasseln.

Mein Fazit zur Verwendung von Ketten ist unabhängig von Pflegeideologien:
wer es nicht scheut, die Kettenräder auf 6mm Breite zu Schleifen, ist bei 90PS mit der leichteren DID 520VX2 genau so gut bedient, wie mit jeder anderen 525er. Skeptische Naturen nehmen dann halt die 520 ZVM-X--siehe http://www.did-motorradketten.de/2.html
Gruss Karl Dall
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Re: Motorradketten - Vergleich

Beitragvon chillout_andi » 23.08.2019, 11:43

Stollentroll hat geschrieben:Mal eine ganz simple Kettenfrage:
Womit schmiert und pflegt Ihr eigentlich? Das Zeugs von Louis ist ja auf Dauer reichlich teuer....

Ich weiß ja nicht wie oft du dir vorstellst die Kette reinigen bzw. fetten zu müssen? Bei mit reicht 1 Dose für 1 Jahr und gute 8000km. Finde ich jetzt nicht viel. direkte Reiniger nutze ich nicht.

Die heutigen Ketten haben O bzw X Ringe. Darunter befindet sich bereits Fett. Das Fetten Aussen dient eigentlich nur dazu, dass die Kette nicht so schnell rostet.
Mit sogenannten Kettenreiniger machst du u.U. mehr kaputt als man möchte. Das kriecht ihn die Ringdichtungen und dann hast du den Salat. Dort kriegst du die Schmierung nie wieder so rein wie der Hersteller es gebaut hat. Dann heisst es wirklich „oft einsprühen“.
Telefoniere mal mit einem Kettenhersteller. Davor muss man sich nicht scheuen.

Caramba nutze ich zur Zeit und kann nichts Negatives berichten.
Meine R: 06/2010, Feuerorange, Felgenband Orange, ABS, LED Blinker, Boardcomputer, schwarzes LED-Rücklicht, BOS GTS ESD, AC Schnitzer Lenker, K&N Luftfiltereinsatz, GSG Sturzpads, Kühler- und Motorblende orig., Touratech Motorschutzbügel,(Carbon-Luftfilterkastenabdeckung, Tankumrandung, Boardcomputerumrandung) SoEasyRider V4 Navi Halterung;
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Re: Motorradketten - Vergleich

Beitragvon Holger1 » 23.08.2019, 14:58

Kettenspray etc. ist nun wirklich mehr als nur Rostschutz.

Ich höre und spüre es im Motorrad wenn meine Kette anfängt trocken zu laufen und das ist ab rund 300km.
Heißt, ich spraye rund alle 200 bis 250km.

Kettenspray ist natürlich auch zum Schmieren der Rollen da, immerhin entsteht zwischen Kettenrollen, Ritzel und Kettenrad auch genug Reibung. ;-)

Ich nutze keinen Kettenreiniger mehr. Ich nehme dafür einen mit Kaltreiniger benetzten Lappen und putze Glied für Glied damit sauber... macht richtig Arbeit, ist aber besser als die Kette mit Lösungsmitteln zu (er)tränken und jegliches Fett aus den Ritzen zu holen.

Aber ein Freund von mir nimmt seit Jahrzehnten Kettenreiniger und nimmt den Dampfstrahler zum sauber machen. Seine Kette hält immer um die 30tkm... ich staune dabei immer.
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Re: Motorradketten - Vergleich

Beitragvon chillout_andi » 23.08.2019, 17:09

Holger1 hat geschrieben:Kettenspray etc. ist nun wirklich mehr als nur Rostschutz.

Ich höre und spüre es im Motorrad wenn meine Kette anfängt trocken zu laufen und das ist ab rund 300km.
Heißt, ich spraye rund alle 200 bis 250km.

Kettenspray ist natürlich auch zum Schmieren der Rollen da, immerhin entsteht zwischen Kettenrollen, Ritzel und Kettenrad auch genug Reibung. ;-)

Ich nutze keinen Kettenreiniger mehr. Ich nehme dafür einen mit Kaltreiniger benetzten Lappen und putze Glied für Glied damit sauber... macht richtig Arbeit, ist aber besser als die Kette mit Lösungsmitteln zu (er)tränken und jegliches Fett aus den Ritzen zu holen.

Aber ein Freund von mir nimmt seit Jahrzehnten Kettenreiniger und nimmt den Dampfstrahler zum sauber machen. Seine Kette hält immer um die 30tkm... ich staune dabei immer.


Nun, ich lasse jedem seinen Glauben. Sonst endet das nur im Streit.... aber man sollte vielleicht schonmal etwas nachforschen was wirklich Sinn macht. Fragt mal kritisch nach bei den Profis.... das lässt einen schon nachdenken.

Mach was du für richtig hältst, auch wenn ich alle 300km einsprühen für mehr als nur übertrieben halte. Machst du sie dann alle 300km immer vorher penibel mit einem Lumpen sauber ? Falls nein, dann sprühst du immer schön auf den Dreck. Dann leuchtet mir das auch ein, wenn du nach ca. 300km schon wieder andere Geräusche wahrnimmst.
Und an den "Rollen" hält sich kein Fett auf Dauer, muss es auch nicht, weil die meiste Bewegung an den Dichtringen entsteht. Deshalb ist ja auch hier das Fett versteckt.
Von daher halte ich auch Kettenöler für rausgeschmissenes Geld. Oder reinigt der Oiler auch die Kette ? Der Tropft irgendwo punktuell hin und das wars.

Bitte nicht angegriffen fühlen... ich möchte nur zum Nachdenken anregen was Sinn und was Unsinn ist.
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Re: Motorradketten - Vergleich

Beitragvon Spätstarter69 » 23.08.2019, 20:16

Kettenverschleiss hin oder her. Gibt es Ketten, die nicht rostanfällig sind. Warum gibt es die Dinger nicht aus rostfreiem Stahl?
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Re: Motorradketten - Vergleich

Beitragvon Holger1 » 24.08.2019, 06:25

1. Rostfreier Stahl ist deutlich teurer
2. Rostfreier Stahl ist durch gerigere Zugfestigkeit eben schwächer ein vergüteter (rostender) Stahl und hat eine geringere Abriebfestigkeit.
3. Die beiden Dinge zusammen bedeuten, dass die Kette weniger lang hält und wesentlich teurer wäre, und das wäre eher am Ziel vorbei. :mrgreen:
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