Ölverbrauch nicht messbar

Die Technik der neuen F800S + F800ST + F800GT.

Re: Ölverbrauch nicht messbar

Beitragvon Lardlad » 04.07.2019, 23:22

[size=150]Kein einziges Mal hat er die 40 Jahre das Öl gewechselt!!

Nu' schrei hier mal nich' so rum, die Kinder schlafen schon.
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Re: Ölverbrauch nicht messbar

Beitragvon georgha » 04.07.2019, 23:39

Zitat:
Ach ja, VW hab ich noch vergessen. Hab nicht ICH getestet aber eine Autozeitschrift, als ich grad beim Barras war. Also etwa 1988.

Zwei neue Golf wurden 100000km getestet.
Bei einem das Öl immer "brav" gewechselt. Beim anderen die ganzen 100000km kein einziges Mal.
Danach Motoren zerlegt und alles begutachtet.
Ergebnis: Beide Motoren waren in einwandfreiem Zustand. Also Null Unterschied.

Harry
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Hallo,
an diesem Test kann ich mich auch noch erinnern und habe das mal gegoogelt: es handelte sich wohl um 2 Golf 2 GTI. Bei dem Test wurde ein Fahrzeug mit einem Nebenstromölfilter (Feinfilter) ausgestattet, um den es bei dem Vergleichstest auch eigentlich ging. Nach Testende wurde wirklich kein Unterschied im Verschleiß festgestellt. Man fragt sich, warum sich diese effektive Technik nicht in Großserie durchgesetzt hat ! ? !
Gruß, Georg
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Re: Ölverbrauch nicht messbar

Beitragvon Langstreckler » 04.07.2019, 23:58

Dass gealtertes Öl verschleißfördernd ist, lässt sich mittels Verschleißversuchen (Bsp. Kugel – Platte) leicht nachweisen. Insbesondere der Ruß, der im Brennraum entsteht und über die Zylinderwände ins Öl gelangt, wirkt stark abrasiv. – Frisches Motoröl ist ja honiggelb und gebrauchtes schwarz!
Zusätzlich werden die Verschleißschutzadditive aufgrund von chemischen Reaktionen in den tribologischen Kontakten aufgebraucht.
Gealtertes Öl ist also definitiv schlechter als frisches. Die Frage ist eben, um wieviel wird die Lebensdauer eines Motors verkürzt, wenn er die meiste Zeit mit altem Öl betrieben ist. Wenn die Ausgangsrobustheit des Motors - wie hoffentlich beim Rotax - groß genug ist, dann kann man mit um vielleicht 30% verkürzter Lebensdauer sicher leben.
Ein Raucher (Bsp.: Helmut Schmidt) kann ja auch 96 Jahre alt werden. Daraus zu schließen, dass Rauchen gesund ist und jeder Raucher so alt werden kann, wäre allerdings mehr als gewagt…
Die Vorgabe, spätestens jährlich das Motoröl zu wechseln, halte ich auch für Quatsch. Aber einen Ölwechsel nach 10.000 km finde ich bei einem Motorradmotor nicht verkehrt, sofern man nicht ständig nur mit erhöhtem Standgas unterwegs ist.
Meine inzwischen 41 Jahre alte Honda, bei der ich regelmäßig das Öl gewechselt habe, hat fast 160.000 km auf der Uhr, läuft noch tadellos und war noch nie in der Werkstatt. Dass sie immer noch laufen würde, wenn ich nur 3 mal das Öl gewechselt hätte, glaube ich eher nicht.
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Re: Ölverbrauch nicht messbar

Beitragvon georgha » 05.07.2019, 00:29

Durch einen Nebenstrom (Fein) -filter könnte ja zumindest der negative Ruß-Einfluss drastisch reduziert werden. Was sind die Additive von der chemischen Struktur her gesehen? Zersetzen diese sich wirklich durch Reibung oder eher durch Thermik? Würde mich interessieren, denn Reibung im Motor ist durch niedrige Drehzahl, sprich Fahrverhalten beeinflussbar, die Thermik im Vergleich eher wenig.
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Re: Ölverbrauch nicht messbar

Beitragvon Karl Dall » 05.07.2019, 08:19

Hier gibts Infos unabhängig von der Ölindustrie:

Schmierung allgemein: https://www.kfz-tech.de/Biblio/Schmieru ... ierung.htm
zum Ölwechsel: https://www.kfz-tech.de/Biblio/Schmieru ... uessig.htm
Gruss Karl Dall
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Re: Ölverbrauch nicht messbar

Beitragvon HarrySpar » 05.07.2019, 09:28

georgha hat geschrieben: einem Nebenstromölfilter (Feinfilter) ausgestattet, um den es bei dem Vergleichstest auch eigentlich ging. Nach Testende wurde wirklich kein Unterschied im Verschleiß festgestellt. Man fragt sich, warum sich diese effektive Technik nicht in Großserie durchgesetzt hat ! ? !

Also von so einem Nebenstromfilter weiß ich nichts, damals.
Kann mich auch nicht an GTIs erinnern sondern eher an "normale" 0815 Motoren.
Aber egal.
Warum sich diese Technik nicht durchsetzt? Ist doch logisch. Weil dann keiner meher sein Fahrzeug in die Werkstatt bringt und dort viel Geld liegen lässt. Warum wohl sonst!?!
Die Angstschürerei der Fahrzeughersteller funktioniert nach wie vor bestens.
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Re: Ölverbrauch nicht messbar

Beitragvon Langstreckler » 05.07.2019, 16:57

georgha hat geschrieben:Durch einen Nebenstrom (Fein) -filter könnte ja zumindest der negative Ruß-Einfluss drastisch reduziert werden. Was sind die Additive von der chemischen Struktur her gesehen? Zersetzen diese sich wirklich durch Reibung oder eher durch Thermik? Würde mich interessieren, denn Reibung im Motor ist durch niedrige Drehzahl, sprich Fahrverhalten beeinflussbar, die Thermik im Vergleich eher wenig.


Mit Nebenstromfeinfilter könnten die Ölwechselintervalle sicher verlängert werden. Bei Nutzfahrzeugen werden diese auch eingesetzt.
Da sich Verschleißschutzadditive an die Ruß- und Verschleißpartikel durch chemische Bindung auch „anheften“, werden sie aufgebraucht. Um extrem lange Ölwechselintervalle (bis zu 10.000 h) zu gewährleisten, werden die aufgebrauchten Additive bei manchen Großmaschinen durch Zudosieren während des Betriebs wieder ersetzt. Außerdem sind dort die Motorölvolumina sehr groß.
Wichtige Verschleißschutzadditive sind MoS2, das aus Molybdän Dithiophosphat bei T > 80°C entsteht, und Zink Alkyldithiophophat.
Verschleiß lässt sich durch eher niedertouriges Fahren und geringe Last auf jeden Fall reduzieren. Gleitlager benötigen allerdings eine gewisse Drehzahl, um von der Mischreibung (hoher Verschleiß) in die Hydrodynamik (geringer Verschleiß) zu kommen.
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Re: Ölverbrauch nicht messbar

Beitragvon georgha » 05.07.2019, 19:16

Danke für die Infos/ Links. Bin durchaus etwas schlauer als vorher und kann besser abschätzen wann ein Ölwechsel wirklich fällig ist. Bei nur ca. 2500km/Jahr reichen alle 5 Jahre bei weitem aus, bei verschleißarmer (nicht hochtouriger) Fahrweise auch deutlich seltener, auch wenn Mangels Ölverbrauch beim Rotax kein frisches Öl dazukommt.
Gruß, Georg
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Re: Ölverbrauch nicht messbar

Beitragvon HarrySpar » 06.07.2019, 09:26

In dem Buch, das ich mir gestern gekauft habe, schreiben sie Ölwechsel bei 10000km. Und dann alle 20000km.
Aber halt dann auch alle Jahre.
Aber egal, ich mach meine eigenen Wechselintervalle.
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Re: Ölverbrauch nicht messbar

Beitragvon SingleR » 24.08.2019, 13:00

Habe heute auch mal "ultimativen" Ölverbrauchscheck gemacht - mit "Auslitern" des Altöls. Genauer geht praktisch nicht.

Faktencheck:

* Es kamen exakt 3 l Öl raus (letzter Ölwechsel vor ca 10 Tkm). Also Ölverbrauch nahe Null.
* Neues Öl eingefüllt. Füllt man erstmal 2.8 l ein, steht nach dem Probelauf der Pegel am Messstab auf Mitte MIN/MAX.
* Nach Auffüllen des Restöls Pegel auf MAX. Aso Differenz MIN-MAX exakt 0.4 l. Die Angabe auf der RepROM stimmt also. :mrgreen:

Aber jetzt kommt's: ich habe, nachdem das Mopped nach einer Proberunde eine Nacht auf dem Hauptständer in der Garage gestanden hat, heute vor (!) dem Anlassen des Motors den Peilstab herausgezogen und nur mal so aus akademisch-neugierigem Anlass den Ölstand abgelesen. Ölstand auf "MAX". Ich überlege, zukünftig den Ölstand immer so zu messen (statt so "kompliziert" wie in der Bedienungsanleitung vorgesehen). Kommentare, Meinungen? Oder war meine Messmethode sowas von grundfalsch und das Messergebnis reiner Zufall?
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Re: Ölverbrauch nicht messbar

Beitragvon 815-mike » 24.08.2019, 13:15

Gute Meßmethode!

Das ist zumindest die sicherste Methode, um zu prüfen, ob mehr als der MIN-Stand im Motor vorhanden ist. Denn egal, wie der Motor vorher gelaufen ist: wenn bei der Kaltmessung "über Nacht" das Ölniveau oberhalb MIN ist, ist die Füllmenge in jedem Fall ausreichend. Dann ist völlig Wurscht, wie viel Öl noch im inneren Trockensumpf-Öltank vorhanden ist.
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Re: Ölverbrauch nicht messbar

Beitragvon Eike » 24.08.2019, 13:50

Ich wechsele ja Öl, Bremsflüssigkeit und Filter selbst. Sowohl beim Auto als auch Motorrad. Damit ist der allergrößte Teil der Kosten schon mal weg. Eine leichte Überschreitung der Intervalle mache ich auch immer. Meist, weil die Km noch nicht erreicht sind, aber der Wehcselzeitraum abläuft. Aber irgendwann lohnt es sich einfach nicht mehr: Wenn ein Bremsflüssigkeitswechsel 10€ kostet und nur ein paar Minuten dauert, macht ein Ausdehnen von 4 auf 6 Jahre beim Auto wirtschaftlich fast keinen Sinn mehr. Aber daß die Herstellerintervalle immer zugunsten der Werkstatt sind, ist klar.
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Re: Ölverbrauch nicht messbar

Beitragvon HarrySpar » 24.08.2019, 19:21

SingleR hat geschrieben:... ich habe, nachdem das Mopped nach einer Proberunde eine Nacht auf dem Hauptständer in der Garage gestanden hat, heute vor (!) dem Anlassen des Motors den Peilstab herausgezogen und nur mal so aus akademisch-neugierigem Anlass den Ölstand abgelesen. Ölstand auf "MAX".

Versteh jetzt nicht, was da besonders sein soll?
Wo hätte der Stand denn sonst sein sollen als auf MAX? Wenn du einen Tag vorher auf MAX aufgefüllt hast!?!
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Re: Ölverbrauch nicht messbar

Beitragvon SingleR » 24.08.2019, 23:45

HarrySpar hat geschrieben:Versteh jetzt nicht, was da besonders sein soll? Wo hätte der Stand denn sonst sein sollen als auf MAX?

"Besonders" war die andere Art der Ölstandsmessung. Ich habe nicht so gemessen, wie es lt. Betriebsanleitung vorgesehen ist (warm gelaufener Motor, 60 sec Leerlauf), sondern bei kaltem Motor ungefähr 14 Stunden nach der letzten Inbetriebnahme.
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Re: Ölverbrauch nicht messbar

Beitragvon HarrySpar » 25.08.2019, 09:11

Ach so, ja. Diese komplizierte Messmethode hab ich auch sehr bald "Messmethode" bleiben lassen.
Hab da auch keinen Unterschied bemerkt.
Ich messe stinknormal wie wo anders überall auch.
Kalter Motor.
Und mein Ölstand ist seit dem letzten Ölwechsel (etwas zu viel reingeschüttet) etwa 1cm oberhalb MAX. Also seit 24000km.
Geht einwandfrei.
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