Batterie Gel oder Lithium?

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Batterie Gel oder Lithium?

Beitragvon eddie » 27.03.2021, 18:07

Hi,
+
ich habe ja schon ein bißchen gesucht und einige Beiträge gefunden, aber zum Teil ziemlich alt...

Bei mir steht ein Batteriewechsel an (nach 6 Jahren ok).
Ich bin jetzt am Überlegen, ob ich mir eine Gel- oder eine LiFePO4 zulegen soll. Solange coronaviren rumschwirren, werde ich nicht so viel fahren (Homeoffice statt Fahrt zur Arbeit), deswegen wird das Motorrad öfter und länger stehen.
Das spricht eher für Lithium, aber wie sieht es mit dem Laden aus? Kann ich da ein normales Ladegerät nehmen? Ich habe gesehen, dass manche die Zellen einzeln exakt ansteuern. Ist das notwendig, was bräuchte man da für ein Ladegerät? Abgesehen davon, dass dazu die Batterie raus muss? Sieht mir nach viel Aufwand aus.

Ich will jetzt keine Grundsatzdebatte anstoßen, die Klärung des zu verwendenden Ladegeräts würde mir schon weiterhelfen. :)

Viele Grüße,
Eddie
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Re: Batterie Gel oder Lithium?

Beitragvon Teileklaus » 27.03.2021, 19:47

Hallo das ladegerät sollte nicht getaktet sein, einfach nur max 14,4 Volt machen, wie die Lichtmaschine / Generator das auch macht, dann ist gut.
Manche getakteten Lader haben eine hohen 15,x Volt Peak, das wäre schädlich.

Braucht kein Balancergerät sein und je einfacher umso billiger und besser.
Für Alle Batterien sehe ich ein starkes auf 13,8 V begrenztes Ladegerät als das Beste an , weil man sowohl den Trecker das Wohnmobil als auch das Motorrad dranhängen kann.
Für Lifepo4 braucht es auch keinen Erhaltungslader, wenn keine Verbraucher dran sind.
Eine volle Lifepo4 kann durchaus ein Jahr ohne Ladung stehen.

Meine Erfahrung: einbauen Batterieprobleme vergessen , wenn es einmal alles stimmt mit den schleichenden Verbrauchern.
Hat man stille Verbraucher, sind alle Batterien bald wegen Tiefentladung kaputt. Das ist keine Lifepo4 Problematik.
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Re: Batterie Gel oder Lithium?

Beitragvon Mr_Wolf » 27.03.2021, 20:53

Das Ladegerät darf für LiFePO keine Desulfatierungs-Funktion haben.
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Re: Batterie Gel oder Lithium?

Beitragvon deepstop » 27.03.2021, 21:33

Servus
Li Batterien brauchen um ordentlich geladen zu werden spezielle Ladekennlinien und es gibt auch ein paar renommierte Hersteller die diese Umschaltmöglichkeit anbieten, die Geräte kosten dann normalerweise ab ca. €100.
PS Bin aktuell in der Branche tätig.
LG aus Österreich
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Re: Batterie Gel oder Lithium?

Beitragvon HarrySpar » 27.03.2021, 21:36

ICH brauche so ein 100€ teures Ladegerät seit nunmehr 9 Jahren nicht.
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Re: Batterie Gel oder Lithium?

Beitragvon Teileklaus » 27.03.2021, 21:40

deepstop hat geschrieben:Servus
Li Batterien brauchen um ordentlich geladen zu werden spezielle Ladekennlinien und es gibt auch ein paar renommierte Hersteller die diese Umschaltmöglichkeit anbieten, die Geräte kosten dann normalerweise ab ca. €100.
PS Bin aktuell in der Branche tätig.


zeig mal so eine Ladekennlinie bitte. Und begründe doch mal, warum bei einer Hochstromzelle die mit 8AH C 20 =160 A Kann, der ladestrom eines 2...5 A Ladegerätes begrenzt werden muss.

Was ist dann "ordentlich" geladen? jetzt wirds interessant,
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Re: Batterie Gel oder Lithium?

Beitragvon HarrySpar » 27.03.2021, 22:37

Vor allem: Die LiMa hat diese "besondere" Ladekennlinie ja auch nicht. Und trotzdem funktioniert es wunderbar.
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Re: Batterie Gel oder Lithium?

Beitragvon eddie » 28.03.2021, 01:12

Bin jetzt eher verwirrt. :)

Wenn ich es richtig verstanden habe, eher kein Ladegerät wie das Original BMW oder (was ich habe/hatte, aber defekt ist) ein JMP 4000, das über die Bordsteckdose geht oder wäre das auch ok?
Und mein Uralt-Ladegerät für das Auto, das nichts als laden kann, würde das die Batterie ruinieren, wenn man das zu lange dran lässt? Hab ich mit ner normalen Motorradbatterie schon mal geschafft, hat wohl auch zu schnell geladen.

Wie man sieht, Elektronik ist nicht mein Spezialgebiet. :(
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Re: Batterie Gel oder Lithium?

Beitragvon Teileklaus » 28.03.2021, 09:59

hallo nein hänge dein Autoladegerät mal an eine gute Batterie und miss paar mal die Spannung,
Zu Anfang und wenn sie voll wird. die sollte nicht mehr als 14,5 Volt nach paar Tagen erreichen.
Mit dem Multimeter messen kannst du? also DC und 20 V einstellen ?
Kein Lader sollte zu lange, das heißt bei zu hoher Spannung dauernd dranbleiben, Lifepo4 brauchen das schon garnicht, weil sie sich nicht merkbar selbst entladen.

Beim JMP Lader hab ich gelesen, dass der 14,8 Volt machen soll als Ladeschluss Spannung, das ist für eine Lifepo4 zu viel. Ansonsten für Blei ein Guter Lader laut Test und Berichten.

Auf jeden Fall wie schon zu lesen, kein Gerät mit einem dauerndem Lade/ Entladezyklus / Desulfatierung, weil das zu hohe Spannungen sind.

Am Motorrad kein Problem das hört bei 14,2... 14,5 spätetstens auf zu laden.
Aben nun bin ich gespannt auf die Antwort des Fachmanns. ThumbUP
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Re: Batterie Gel oder Lithium?

Beitragvon HarrySpar » 28.03.2021, 10:43

eddi:
Ich kenne Deine Batterieladephilosophie ja nicht.
Also bei diesen "fertig" zu kaufenden LiFePOs bin ich mir auch noch nicht ganz sicher.
Z.B. weiß ich nicht, ob die wirklich ausnahmslos alle eine Balancerschaltung integriert haben.
Und mit deren 4,5 oder 5Ah Kapazität sind die zwar wohl ausreichend, aber auch nicht grad überdimensioniert.
Hab hier jetzt schon paarmal vom Ableben dieser "fertigen" LiFePOs gelesen. Also jetzt nicht grad nach sehr kurzer Zeit. Aber vom Ableben nach wenigen Jahren hab ich jetzt schon paarmal gelesen.
Jedenfalls brauchst Du die LiFePOs normalerweise überhaubt nie laden. Auch nicht während 6 Monaten Winterpause. Einfach nur abklemmen, damit sie nicht leergesaugt werden, und im Frühling wieder anklemmen und losfahren.
Ich selber habe jetzt seit genau 9 Jahren einen selbst zusammengebastelten LiFePO. Headway mit 8Ah. Betreibe den OHNE eine Balancerschaltung. Und nur jedes zweite Jahr im März mache ich eine "spezielle" Aufladung auf 3,65V.
Ansonsten nochmal zum Laden, wenn sie mal leer sein sollte: Einfach ein ganz windiges Ladegerät hernehmen und dazu zur Sicherheit noch mit einem Voltmeter (gibts nächste Woche z.B. wieder für 9,99€ beim Norma) beobachten, dass die Spannung nicht höher geht als viermal die Ladeschlussspannung 3,65V. Also 14,6V.
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Re: Batterie Gel oder Lithium?

Beitragvon eddie » 29.03.2021, 22:28

Hört sich zwar gut an, aber ich teile das Argument, dass die käuflichen etwas schwach sind, und eines zusammenzubauen, ist mir fast zu aufwendig. Da ich auch im Winter ab und zu (aber selten) fahre, müsste ich auch öfter an- und abklemmen, ein anderes Ladegerät besorgen, die Batteriespannung beim Laden kontrollieren...
Da wird es doch eher eine Gel-Batterie, auch wenn die LiFePO4 ganz interessant klingt.

Aber danke für das viele Feedback!
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Re: Batterie Gel oder Lithium?

Beitragvon Lardlad » 30.03.2021, 10:26

Ich starte meine 1200er Boxer (luftgekühlt) seit einigen Jahren zuverlàssig mit so einem "schwindsüchtigen" 4 Ah LiFePo- Akku vom. Louis. Standzeiten von vier Monaten auf der Straße unter einer Abdeckplane haben den Akku nicht nachhaltig irritiert. Nur tiefe Temperaturen mag er nicht so. Leichte Minustemperaturen (so 2 oder 3 Grad unter Null) erfordern "aufheizen" mitells Lichthupe, damit die Elektrochemie in Wallung kommt. Über 10 Grad plus braucht es das dann nicht mehr. Bei tieferen Temperaturen habe ich keine Lust auf Motorrad. Funktioniert bei mir mittlerweile im vierten Jahr.

Plug and Play ----. einbauen, alle paar Monate mal 'nen Stündchen fahren, und glücklich sein über Nutzerfreundlichkeit (frei wählbare Einbaulage), Startfähigkeit und geringes Gewicht ( ca. 1 Kg; Bleiakkus wiegen gerne mehr als das vierfache)
work - listen - obey
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Re: Batterie Gel oder Lithium?

Beitragvon Teileklaus » 30.03.2021, 22:14

deepstop hat geschrieben:Servus
Li Batterien brauchen um ordentlich geladen zu werden spezielle Ladekennlinien und es gibt auch ein paar renommierte Hersteller die diese Umschaltmöglichkeit anbieten, die Geräte kosten dann normalerweise ab ca. €100.
PS Bin aktuell in der Branche tätig.


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Re: Batterie Gel oder Lithium?

Beitragvon Eckart » 31.03.2021, 18:47

eddie hat geschrieben:Bin jetzt eher verwirrt.
...
Elektronik ist nicht mein Spezialgebiet.
Meines ist das zwar, aber Antworten, die notwendigen Eigenschaften in mehr oder weniger komplizierten Fachtermini beschreiben, sind hier nicht zielführend.
Klar ist: Die als Motorradbatterie verkauften Batterien auf Lithiumbasis müssen genau wie die anderen auch mit der eher primitiven Ladeschaltung des Motorrads klarkommen ( = Laden mit konstanter Spannung), aber sie müssen es nicht mit jeder x-beliebig ausgefuchsten Ladeschaltung eines intelligenten Ladegeräts, weswegen man für ein Ladegerät die Eignung separat prüfen muss.

Und das geht am einfachsten mit einem Blick in die Beschreibung des Geräts. Im Zweifel muss in der Bedienungsanleitung ein Hinweis auf die Eignung für bestimmte Batterietypen stehen. Auch ich würde immer danach gehen.

Hat man schon ein älteres Ladegerät, hat der Hersteller neuere Typen nicht unbedingt erfasst und man muss ggf. fragen (den Hersteller oder in Foren), beim Neukauf würde ich das aber als Voraussetzung ansehen.

Zur Frage der Standzeit: Das spielt keine Rolle. Oder besser: Kommt darauf an:
Ein Lithium-Akku hält seine Ladung zwar länger wegen geringerer Selbstentladung, aber weil der nötige Startstrom schon bei geringerer Kapazität als bei einer Bleibatterie erreicht wird, haben sie üblicherweise auch nur 1/4 bis 1/3 der Kapazität eines Bleiakkus. Je nachdem, welchen Ruhestrom sich das Motorrad "gönnt", kann der Lithium-Akku eventuell doch schneller leer sein als der Bleityp.

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Re: Batterie Gel oder Lithium?

Beitragvon Teileklaus » 02.04.2021, 16:34

eddie hat geschrieben:Hört sich zwar gut an, aber ich teile das Argument, dass die käuflichen etwas schwach sind, und eines zusammenzubauen, ist mir fast zu aufwendig. Da ich auch im Winter ab und zu (aber selten) fahre, müsste ich auch öfter an- und abklemmen, ein anderes Ladegerät besorgen, die Batteriespannung beim Laden kontrollieren...
Da wird es doch eher eine Gel-Batterie, auch wenn die LiFePO4 ganz interessant klingt.

Aber danke für das viele Feedback!

Da du keine kleine willst kannst du doch gerne einen von der Kapazität größeren Lifepo4 nehmen. die Kästen sind je meist eher kleiner als die der Blei.
für die F würde ich eine ca 72 WH verkaufen, die auch die großen Boxer anreißt oder eben einen 8 AH Pack wie Harry den gebaut hat. Kostet 120... 150 € je nach Balancerausstattung und hält . Ist mit 1,4 KG auch noch leicht.
Also was spricht dagegen?
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