Problem beim Spannen der Antriebskette ?

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Problem beim Spannen der Antriebskette ?

Beitragvon charly1950 » 03.05.2021, 16:45

ich habe ein problem mit dem spannen der Antriebskette bei meiner F900R ?
Das von BMW angegebene Spiel von 35-45 mm gemessen unbelastet auf dem Seitenständer muss man ja durch hochdrücken der kette messen.
Leider ist aber nach ca. 35 mm Schluss weil die kette dann an der Schwinge anliegt - ob sie jetzt noch 1,2 oder mehr cm nach oben Spiel hat kann ich also nicht feststellen und damit auch nicht ob sie nachgespannt werden muss ?
Wie löst ihr denn das Problem ?
Nur zur Info - ich hatte schon div. Motorräder mit Kette (zuletzt einen HONDA CRF1100L) - weiß mir da normalerweise schon zu helfen.

gruß KARL
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Re: Problem beim Spannen der Antriebskette ?

Beitragvon Zwergerl » 03.05.2021, 19:27

Die 35 - 45 mm sind meines Wissens vom unteren Totpunkt der Kette zum oberen Totpunkt zu messen. Und nicht nur nach oben. Hab nachgeschaut steht auch so in der Betriebsanleitung auf Seite 181 meiner XR.
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Re: Problem beim Spannen der Antriebskette ?

Beitragvon Christoph M » 03.05.2021, 20:07

@charly1950


Bei der F9R auf Seite 187 steht

Kettendurchhang prüfen
Motorrad abstellen, dabei auf
ebenen und festen Untergrund
achten.
Hinterrad so lange drehen, bis
die Stelle mit dem geringsten
Kettendurchhang erreicht ist.
Kette mit Hilfe eines Schraubendrehers nach oben und unten drücken und Differenz A
messen.
Kettendurchhang
35...45 mm (Fahrzeug unbelastet auf Seitenstütze)
mit TieferlegungSA
30...40 mm (Fahrzeug unbelastet auf Seitenstütze)
Liegt der gemessene Wert

So habe ich auch bei mir gemessen sind ca. 40 mm nach 4000 km.
Guck Dir das Bild von der Bedienungsanleitug an, es hilft Dir bestimmt. winkG

Gruß Chris
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Re: Problem beim Spannen der Antriebskette ?

Beitragvon charly1950 » 04.05.2021, 19:27

Irgendwie scheinen wir aneinander vorbei zu reden.
Die ﹰvorgehensweise have ich durchaus verstanden, aber wie sol ich das gesamte spiel der kette messen, wenn die oberkante Der kette schon nach 35 mm unten an der schwinge anliegt ?

Gross karl
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Re: Problem beim Spannen der Antriebskette ?

Beitragvon Christoph M » 04.05.2021, 19:34

@charly1950

Kettendurchhang am Motorrad prüfen und einstellen.

Jetzt habe ich für Dich ein Video vorbereitet nur mit Honda als Beispiel.

https://www.youtube.com/watch?v=jaDPxb11ikE&t=317s

Gruß Chris ThumbUP
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Re: Problem beim Spannen der Antriebskette ?

Beitragvon charly1950 » 04.05.2021, 19:51

Ich gebe es auf oder um mit Schopenhauer zu reden - ich habe keinen Mund für diese Ohren.
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Re: Problem beim Spannen der Antriebskette ?

Beitragvon Buggel » 04.05.2021, 20:55

Spann die Kette doch erstmal soweit dass sie nicht mehr sehr leicht oben an der Schwinge anschlägt, wieviel Kettenspiel bleibt denn dann noch über?
Ich habe beim Einstellen die ersten drei-vier Mal das Kettenspiel gemessen und ab dann nur noch nach Gefühl. Wenn ich bei mir das Kettenspiel eingestellt habe kann ich die Kette so gerade bis an den Kunststoffschutz der Schwinge hochdrücken. Mein Moped steht dabei allerdings auf dem Haupständer wodurch der Kettendurchhang ein klein wenig größer ist weil das Federbein komplett ausgefedert ist. Lieber etwas zu locker als zu stramm einstellen, zu stramm erhöht den Verschleiß und viel zu stramm kann unter anderen das Getriebeausgangslager zerstören.
Der ein oder andere wird das vielleicht anders sehen aber das ist alles keine Raketentechnik.

Gruß
Buggel
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Re: Problem beim Spannen der Antriebskette ?

Beitragvon Gante » 04.05.2021, 22:23

Ich würde vorschlagen, die Maschine mit eingelegtem Gang nach vorne zu schieben, bis die Kette unten ordentlich gespannt ist. Dann hast Du in guter Näherung die Mittellage. Diese Position irgendwie markieren, z.B. ein Post-it an die Schwinge kleben. Anschließend im Leerlauf von dort bis zur unteren Position der Kette messen. Der Gesamtdurchhang wäre dann das Doppelte des so gemessenen Wertes.
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Re: Problem beim Spannen der Antriebskette ?

Beitragvon charly1950 » 05.05.2021, 07:09

Buggel hat geschrieben:Spann die Kette doch erstmal soweit dass sie nicht mehr sehr leicht oben an der Schwinge anschlägt, wieviel Kettenspiel bleibt denn dann noch über?
Ich habe beim Einstellen die ersten drei-vier Mal das Kettenspiel gemessen und ab dann nur noch nach Gefühl. Wenn ich bei mir das Kettenspiel eingestellt habe kann ich die Kette so gerade bis an den Kunststoffschutz der Schwinge hochdrücken. Mein Moped steht dabei allerdings auf dem Haupständer wodurch der Kettendurchhang ein klein wenig größer ist weil das Federbein komplett ausgefedert ist. Lieber etwas zu locker als zu stramm einstellen, zu stramm erhöht den Verschleiß und viel zu stramm kann unter anderen das Getriebeausgangslager zerstören.
Der ein oder andere wird das vielleicht anders sehen aber das ist alles keine Raketentechnik.

Gruß
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Ich war gestern bei meinem Freundlichen und habe an 3 750er Neumaschinen den "Kettentest" gemacht - alle 3 hatten wohl schon abwerk den selben Effekt (wie von mir beschrieben).
Die Aussage des Mechanikers (angesprochen auf mein Problem) - ja das Problem kennt er auch deshalb wird nach "Gefühl" eingestellt?
Ich denke ich werde das in Zukunft so lösen, dass ich den Kettenschutz abbaue - dann kann ich mit der oberen Hälfte der Kette, das beschriebene Prozedere durchführen.

gruß KARL
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Re: Problem beim Spannen der Antriebskette ?

Beitragvon cw000de » 05.05.2021, 11:12

Hallo Karl, wenn die Kette (an der straffsten Stelle, also Fahrzeug mal bisschen hin und her schieben!) bis auf die Schwinge hoch gedrückt werden kann , dann nimmste den Wert PLUS die maximale Auslenkung nach unten an dieser Stelle.

Sehr wahrscheinlich ist dann aber auch eine Einstellung fällig, weil der Durchhang dann wohl schon größer 45mm ist. Aber bitte die straffste Stelle nehmen, weil du sonst ggfs zu stramm spannst. Und das ist noch ungünstiger als ein zu hoher Durchhang.

Viele machen es in der Tat nach Gefühl, wobei ich persönlich auch lieber messe.
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Re: Problem beim Spannen der Antriebskette ?

Beitragvon oeldruck » 05.05.2021, 13:53

Guten Tag zusammen,

dann bringe ich doch mal aus Sicht des Maschinenbaues Licht ins Dunkel, wie die Kette korrekt eingestellt wird.

Irrglaube 1
Auch in den Werkstätten wissen die Mechaniker / Mechatroniker oft nicht mehr, wie das korrekt geht.
Hersteller-Anleitungen sind oft falsch bis hin zu schlichtem "Blödsinn".
Yamaha hatte z.B. vor etwa 2 Jahren diverse Getriebeschäden wg. zu geringer Angaben zum Kettendurchhang.
Bemerkt haben die Mechaniker die falschen Angaben nicht....

Irrglaube 2
Einstellangaben für "Motorrad auf Seitenständer" können nur für Werkseinstellung Federbein gelten.
Sobald das Federbein auch nur minimal verstellt wurde, ändert sich der Kettendurchhang im Vergleich zum Wert der Werkseinstellung / Durchhang bereits, weil die Schwinge anders steht.
Und dann gibt es auch noch den Fall, daß ein warmes Federbein im Stand auf Seitenständer anders eingefedert ist als im kalten Zustand.
Wenn, dann wären Angaben für "Motorrad auf Seitenständer" nur und nur dann zuverlässig brauchbar, wenn das Motorrad hinten dabei komplett ausgefedert ist.
Oder in dem Fall, daß Antriebswelle und Schwingenachse auf gleicher Höhe sind - koaxial sind - , z.B. 400er Enduro von BMW hatte das.

Wann ist die Kette maximal gespannt ?
Das ist der Fall, wenn die Achsen von Antriebswelle, Schwingenachse und Achse Hinterrad fluchten, also auf einer Geraden liegen.
Dazu z.B. das Motorrad auf dem Boden stehend entsprechend belasten, bis die o.g. Bedingung erfüllt ist.
An der strammsten Stelle muß die Kette dann mittig zwischen Antriebswelle - Achse Hinterrad 10-15 mm Spiel haben.
Das Spiel ist zu messen zwischen Kette nach unten gedrückt - Kette nach oben gedrückt.
Zuviel Spiel ist besser als zu wenig Spiel.

Und jetzt
wird das Motorrad auf den Hauptständer gestellt - Federbein komplett entlastet - und an der strammsten Stelle das sich jetzt ergebende Spiel / Durchhang gemessen und notiert.
Das ist dann der Referenzwert für das Ketteneinstellen und den korrekten Durchhang.
Da bei ausgefederter Schwinge in aller Regel der Achsabstand Ritzel - Kettenrad geringer ist, ist der hier ermittelte Wert entsprechend größer als die o.g. 10 - 15 mm.

Wenn das Motorrad mangels Hauptständer zum Ketteneinstellen auf dem Seitenständer oder Motorradheber gestellt wird, dann gilt der jetzt ermittelte Refernzwert nur für die dabei vorhandene Federbeineinstellung und sich die dadurch ergebende Schwingenstellung, vgl. oben.

Klingt etwas kompliziert, aber wenn das einmal richtig durchgemacht ist, ist Kettenspannen künftig kein Ratespiel mehr.

Viel Erfolg

Daniel
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Re: Problem beim Spannen der Antriebskette ?

Beitragvon Buggel » 05.05.2021, 14:30

Klingt plausibel. ThumbUP

Werde mir mal die Mühe machen die drei Achsen in eine Linie zu bringen und dann besagte 10-15mm einstellen.
Bin gespannt wie groß der Unteschied zum ausgefederten Federbein ist.
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Re: Problem beim Spannen der Antriebskette ?

Beitragvon Minzi » 11.06.2021, 13:15

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